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Kaisergeschichte.
Abneigung eine hinterlistige Vorliebe heuchelnd. Auch dieguten Anfänge seiner Regierung enthielten Keime künftigenVerderbens. Seine raffinirtcn Lüste erstreckten sich fast aufjedes Alter und Geschlecht. Unschuldige, gleichviel, ob Glie-der seiner Familie oder nicht, traf seine Wnth um so grau-samer. Nachdem der Aufenthalt in Städten und menschlicherGesellschaft ihm unausstehlich geworden, ersah Liberias sichdie Insel Capreä ") zum verborgenen Schauplätze seinesschändlichen Lebens. So wurde der Verfall der Knegszuchtherbeigefnhrt und ein ansehnlicher Theil des Römischen Ge-biets geplündert, während nur Cappadocien rmd zwarin den Anfängen seiner Regierung, nachdem er dessen KönigArchelaus daraus abbernfen hatte, zur Römischen Pro-vinz gemacht und den weithin sich erstreckenden Raubzügender Gätnlier 1) unter Tacfarinas Einhalt gethan wurde.Die bisher in den nächsten Municipien und zu Rom in denPrivatwohnungen zerstreue liegenden prätorische» Kohortenzog Tiberius in ein Lager bei der Stadt zusammen 11) und
*) Jetzt Capri, unweit Neapel.
Sin Land in Kleinasien.
-<»») Tiberius hatte dem ArchelauS durch seine Mutter Liviaschreibe» lassen, er solle nach Rom kommen, um wegenfrüherer Unhöflichkeiten gegen den Kaiser Verzeihung sich zuerbitten. Archelaus kam, wurde aber in Rom bis an sei-nen Tod zurückbehaltcn.
1) Ein Volk in Nordafrica.
Iss Unter August hatten blos drei Kohorten ibren Posten in derStadt gehabt, die übrigen lagen in den benachbarten Städ-ten zerstreut. Allein Tiberius zog sie unter dem Vorwände,Italien von der schweren Last der Einguartirung zu befreien