250
genden in der Nähe der Pole ein Palmen- und Bambus-Klima, einKIima für baumhoheFarrenkräuter und Lithophyt-Korallen geben konnte. Ich könnte noch eine, schon vorsiebenzig Jahren von Mairan 1 ) in Rede gestellte Frage:„ob nämlich die verschiedene Mächtigkeit der oxidirtenund festen Erdrinde die Ungleichheit der Temperatur-znnahme hervorbringe, die man unter verschiedenen Brei-ten in den aufeinandergelagerten Erdschichten findet”, mit,den Herren Cordier, Kupffer und Omalius 2 ) er-neuen, aber die ohnedies schon so erweiterten Gränzendieser Abhandlung gestatten mir nicht, mich in Erörte-rungen einzulassen, die nicht nothwendig mit der Theorieeiner vergleichenden Klimatologie verbunden sind.
II. Einflufs des Meeres.
Klimatologie der Meere. Vergleichung der Temperatur des Oceanmit der Luft, die mit der liquiden Oberfläche in Iieriihrungsteht. Irradiation der durchsichtigen Massen. Ausstrahlungskraft.Ausdünstung. Untere Meeresströmung in Folge grofser Verschie-denheit der Dichtigkeit. Kälte der grofsen oceanischen Tiefen.
Da die Wasserhülle der Erdoberfläche der Sonnen-strahlung einen dreimal gröfscren Kaum entgegeustellt,als die über dem Wasserspiegel erhobenen Länderräume,so ist (wir wiederholen es hier) die genaue Kcnntnifsder Wärmeverlheilung im Ocean für die Theorie derIsothermen im Allgemeinen von der gröfsten Wichtigkeit.Die Kenntnifs der Klimatologie der Meere war seit demAnfänge des litten Jahrhunderts viel früher ausgebildet,als die Klimatologie der Länder. Ich habe sie zum Ge-
') Memoires de VAcademie des Sciences paar 1765. Hist.p. lt.Mairan nahm an, dals die feste Erdrinde unter den Tropen mäch-tiger wäre, als in der gemäfsigteu Zone. v. 11.
“) Cordier in den Annales du Museum d’ llistoire ISaturclle4 T, XV. p. 161. Kupffer über die Isogeolhermcn in Poggendorffsstmialen der Physik und Chemie für 1829 St. 2, und BergbausAnnalen Jiir Krd- I ölker- und Slautenkunde Hd. 111, S. 129 ff.D’Omalius d’IIalloy, Elemens de Geologie. 1831. p 421.
v. II.
15t