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Psychophysik Solches überhaupt fodern sollte. (Vergl. Elem. d.Psychoph. II. 32.)
Wenn bei diesen ganz allgemeinen Betrachtungen die Naturder harmonischen und disharmonischen Bewegungsverhältnissenoch unbestimmt gelassen werden kann, so tritt doch die Fragedanach bei jedem Versuche eines näheren Eingehens auf den Grundder Lust und Unlust auf, und ist fundamental für eine psycho-physische Begründung der ganzen Aesthetik, um welche Begrün-dung es sich jedoch in dieser Schrift nicht gehandelt hat und beider Unsicherheit in diesen Dingen nicht handeln konnte. Wennman aber verlangen sollte, um die vorigen allgemeinen Betrach-tungen nicht ganz in der Luft schwebend zu finden, dass wenig-stens eine mögliche Ansicht über das betreffende Formverhältnissals Grund von Lust und Unlust aufgestellt werde, so ist eine solchevon mir schon früher beiläufig in dem Schriftchen »Einige Ideenzur Schöpfungs- und Entwicklungsgeschichte derOrganismen“ auf-gestellt worden, und zwar in Abhängigkeit von einem allgemeinenPrincip, welches ich das Princip der Tendenz zur Stabilität nenne.Hierüber einige Worte.
In Kürze bezeichne ich mit dem Ausdrucke »stabil« einen Be-wegungszustand, welcher die Bedingungen seiner Wiederkehr ein-schliesst, also abgesehen von Störungen wirklich periodisch wieder-kehrt, indem die Bückkehr zum ersten Zustande auch die Rückkehrzu den Bedingungen einer neuen Wiederkehr ist. Ein solcher Zu-stand kann nicht nur von einzelnen Theilchen, sondern auch einemSysteme von Theilchen gelten; und die Bedingungen davon hängenfür das Einzelne und das Ganze zusammen. Es kann sein, dasser nicht alle Bestimmungen eines Bewegungsprocesses zugleichsondern nur diese oder jene betrifft. Ich suche in obigem Schrift-chen zu zeigen, dass die gesammten Processe der Welt dahin stre-ben , diesen Zustand zu erreichen oder sich ihm immer mehr zunähern, dass alle Zweckmässigkeitstendenzen der Natur dieserallgemeinen Tendenz sich unterordnen lassen, dass etw 7 as Ein-zelnes in das Ganze passt und das Ganze der Erhaltung des Ein-zelnen dient, sofern bei der Processe zu einem stabilen Vorgängezusammenstimmen, und weise endlich (S. 94) daraufhin, dassdie factische Beziehung, die im Reiche des Bewussten zwischenStreben, Lust und Unlust besteht, derartig sein könnte, dass nachMassgabe der Annäherung an den stabilen Zustand über eine ge-