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2 (1898)
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XL. Princip der Aeusserung yoii Lust und Unlust.

Aeussere Zeichen, welche den Ausdruck der Lust und Unlustbilden, können entweder angeborener Weise instinctiv, oder durchdie Erziehung, conventionell, an das Dasein der Lust und Unlustgeknüpft sein und zwar giebt es für rein sinnliche Lust undUnlust schon dem kleinsten Kinde geläufige instinctive Zeichen inTon, Miene Geberden, indess für höhere Lust und Unlust, wiesolche sich erst im Laufe des Lebens entwickeln können, der an-gewöhnte conventioneile Gebrauch der Sprache eintritt. Es bleibtaber all diesen Ausdrucksweisen gemein, dass die Aeusserungder Lust wie Unlust im Sinne der Lust, eine damit in Widerspruchstehende im Sinne der Unlust ist, die erste also die Lust steigert,den Schmerz mindert, die letzte den entgegensetzten Erfolg hat;daher die Neigung, seine Freude wie seinen Schmerz in der na-türlichen oder durch Erziehung gewohnten Form zu äussern, hie-gegen das Widerstreben sich lustig oder traurig zu geberden oderüberhaupt zu äussern, wenn man in der entgegengesetzten Stim-mung ist.

Jedes Kind schreit und verzieht das Gesicht ohne Weiteres, wenn esSchmerzen fühlt, und es würde die Unlust des Schmerzes nur steigern, dieLust mindern, wenn es diesen Ausdruck unterdrücken sollte. Der Erwachseneist durch höhere Motive dahin gekommen, diesen natürlichen Ausdruck theilszu unterdrücken, theils zu beschränken; aber er spricht sich doch auch gernüber seinen Schmerz und seine Freude aus, wenn die Erziehung es ihm nichtgar zur Gewohnheit hat werden lassen, den Ausdruck seiner Gefühle über-haupt zurückzuhalten, womit er aber auch den unmittelbarsten Lustgewinn,der an dem Ausdrucke hängt, einbüsst.

Der günstige Effect der Aeusserung der Lust oder Unlustunterliegt freilich nach dem Princip der Abstumpfung auch einersolchen, daher der endliche Nachlass der Aeusserung, der abernach Wiederherstellung der Empfänglichkeit in eine neue Aeusse-rung übergehen kann.

Im Falle uns der Ausdruck der Lust und Unlust von andrerSeite begegnet, kommt Folgendes in Rücksicht. Im Allgemeinenist der Mensch so eingerichtet, dass die Stimmung seiner Umgebungsich durch deren Aeusserung leicht auf ihn überpflanzt, wenn ersich in einem indifferenten Zustande befindet, und die Empfänglich-keit für die betreffende Stimmung ihm nicht überhaupt mangelt.