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2 (1898)
Entstehung
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helfenden Motives, indess es, um sich einer starken Aufregunghinzugeben, im Allgemeinen eines solchen nicht nur nicht bedarfsondern selbst der unlustvolle Charakter einer receptiven Auf-reauns mitunter durch den Lustwerth ihrer Stärke überboten

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werden kann. Doch hängt dieser Unterschied vielleicht nur darandass der Mensch im Allgemeinen zu seiner blossen Erhaltung undvollends zu seinem Gedeihen so viel mehr der activen als recep-tiven Beschäftigung bedarf, dass er in Begriff des Reizes der letz-tem im Allgemeinen als frischer und als mehr ausgeruht anzusehenist. Wenn sich aber starke receptive Aufregungen zu sehr häufen,kann man so gut davon ermüdet werden, als von starker Arbeit.

Niemand wird wohl in Abrede stellen, dass die Berichte vonungeheuren Katastrophen, Verwüstungen durch Erdbeben, Vul-kane, WasserQuthen, Stürme, Mordthaten, je mehr sie von gewisserSeite unser Mitgefühl für die dadurch Betroffenen in Anspruchnehmen, von anderer Seite doch um so lieber gelesen werden, jeUngeheuerlicheres sie berichten, was blos in einem Reiz der da-durch bewirkten starken receptiven Erregung liegen kann, wodurchdie Unlust der Vorstellung des Unglücks überwogen wird, um soleichter, je weniger uns die davon Betroffenen angehen.

Auch kann man die Lust am Erhabenen, in soweit sie vonder das Mass des Gewohnten überschreitenden Grösse oder Stärkeabhängt, auf die Lust an starker receptiver Beschäftigung zurück-führen. (Vgl. Abschn. XNXII.j

Die Triftigkeit der Herbart-Zimmermannschen Sätze, dass das Starkeneben dem Schwachen, das Grosse neben dem Kleinen gefalle, das Umgekehrtemissfalle, ist jedenfalls auf die Bedingungen beschränkt, unter denen wir über-haupt stärkere receptive Erregungen schwächeren vorziehen, d. i. auf vor-heriges Ausgeruhtsein betreffs receptiver Beschäftigung, wogegen der damitcorrelate gegentheilige Vorzug, den wir den schwachem vor den stärkern re-ceptiven Anregungen geben, wenn wir durch starke ermüdet sind, nicht unterjene Gesetze tritt.