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blick gefangen nehmen, die Dauer des Genusses zu verlängern undden Genuss dadurch zu erweitern, dass man nach inneren Motivenden associativen Eindruck selbstthätig bald mehr naeh dieser, baldjener Seite ausbeutel und weiter ausspinnt, wie es Th. I. S. 112besprochen worden ist, und diess mag immerhin als Phantasie-thätigkeit zählen, da es jedenfalls nicht rein receptive ThätigkeitIst, da ein anderer Ausdruck dafür fehlt, und auch die schöpfe-rischste Phantasie überall nichts ganz Neues schaffen kann. Immer-hin bleibt es nur ein zweiter Theil des Kunstgenusses, und wohlbei den Meisten kommt es nicht dazu, da sie den receptiven Ge-nuss vielmehr activ, durch Beschäftigung mit Kritik, mitAechtheits-fragen u. s. w. zu verlängern suchen. Was man Spieltrieb derPhantasie nennt, ist nichts der Phantasie Eigenthümliches, sondernder Trieb, sich überhaupt mit wechselvollen Eindrücken untereinheitlichem Gcsichtspuncte zu beschäftigen, ein Trieb, der sicheben sowohl activ als receptiv geltend machen kann, und unterdas im 6. Abschnitte besprochene Princip der einheitlichen Ver-knüpfung des Mannigfaltigen tritt.
Wenn man nun freilich die Definition der Phantasie von vornherein darauf stellt, dass nicht blos das productive Yorstellen desKünstlers sondern auch receptive Vorstellen des Geniessendenzum Phantasieleben gehöre, wie diess z. B. Köstlin (AesthetikS. 26) ausdrücklich und Andre stillschweigend thun, wenn mandazu erklärt, nur das lustvolle Vorstellen frei und harmonischnennen zu wollen, so wird dagegen schliesslich weiter nichts zusagen sein, als dass man mit der darauf.gegründeten Schönheits-erklärung auch weiter nichts sagt, als dass die Schönheit auf einemlustvollen Charakter von Vorstellungen in dem das Schöne Pro-ducirenden wie Geniessenden beruhe. Eine directe Bezugnahmeauf diesen Charakter der Schönheit aber wird jedenfalls dem, soleicht in Unklarheit verlaufenden oder auf begriffliche Abwegeführenden, Umwege durch die Begriffe Phantasie, Harmonie undFreiheit vorzuziehen sein.