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eine Nachahmung göttlichen Schaffens betrachtet, sofern Gott denvon ihm geschaffenen Künstler mit einem Funken seiner eigenenSchöpferkraft begabt habe.
Hienach ist die Schöpfung alles Schönen von Grund aus biszur höchsten Spitze und weitesten Umfassung ein Werk der Phan-tasie. Schön ist überhaupt etwas, insofern es die Enlslehungs-weise aus der göttlichen Phantasie oder im Sinne derselben fort-schaffenden menschlichen Phantasie aufweisen kann. Insofern aberdie göttliche Phantasie sowie die Phantasie eines vollendetenKünstlers in Schöpfung des Schönen als eine wahrhaft frei undharmonisch thätige bezeichnet werden kann, lässt sich auch derRückgang bis zur göttlichen Phantasie in der Begriffsbestimmungdes Schönen dadurch umgehen und damit denen genug thun, diediesen Rückgang zu mystisch linden, dass man die Eigenschafteiner wahrhaft freien und harmonischen Bethätigung von der Phan-tasie zur Schöpfung des Schönen verlangt; nur dass man dannbeim Naturschönen darauf beschränkt bleibt, eine receptive Seiteder Bethätigung der Phantasie durch das Schöne geltend zu machen,um den Bezug seines Begriffes zur Phantasie festzuhalten, oder dasNaturschöne vom Begriffe des Schönen überhaupt auszuschliessen.
Mit der Erzeugungsweise des Schönen durch die Phantasiehängt nämlich eine, für das Schöne nicht minder wesentliche,Rückwirkung desselben auf der Phantasie zusammen, sofern sichdie Phantasie des das Schöne Geniessenden entsprechend in derAnschauung, Aufnahme, Aneignung des Schönen frei und harmo-nisch zu bethätigen hat, als der Schöpfer desselben in der Pro-duction, indem sie sich theils frei darein versenkt, theils ein freiesund harmonisches Spiel daran knüpft.
Nun kann zwar die menschliche Phantasie auch Ungeordnetenja Hässliches erzeugen und Hässliches die Phantasie beschäftigen,wodurch in der That das Hässliche mit dem Schönen unter den-selben sehr allgemeinen Gesichtspunct gebracht und zum gemein-samen Objecte der Aesthetik erhoben wird; bei jeden spielt dochPhantasie die wesentliche Rolle. Ein Unterschied des Schönen vomHässlichen bleibt aber in der Weise der Phantasiebethätigungbestehen, indem eine das Hässliche erzeugende oder durch dasHässliche beschäftigte Phantasie vielmehr zügellos als frei, dishar-monisch als harmonisch, nicht in der Weise der göttlichen Schöpfer-tkätigkeit, nach vollendeten Künstlerthätigkeit thätig ist. Dass Vie-