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werden zn können, und dann immer von Neuem der Betrachtungzu Befehl stehen zu müssen.
Auch das kunsthistorische und kunstkritische und Kunst-schulinteresse , was der specifische Kunstkenner an der gemaltenLandschaft nehmen mag, das Interesse, was wir Alle an der ge-lungenen Nachahmung der Natur im Bilde nehmen, kann uns keinewirkliche Landschaft ersetzen. Ueberhaupt ordnet sich die gemalteLandschaft der Gesammtheit von Erzeugnissen des Menschengeistesein und unter, gewinnt Bedeutung und Beziehung dadurch, dieder natürlichen Landschaft abgeht; eine Landschaft selbst gemachtzu haben, macht sie dem Menschen werther als die natürlicheLandschaft; in der natürlichen findet er keinen Anlass, die eigeneLeistung des Menschen zu bewundern. Also behält die gut ge-malte Landschaft immer nach gewissen Beziehungen Interesse undWerth über die schönste wirkliche hinaus; aber eben nur nachgewissen Beziehungen; im Ganzen vermag sie nicht, es ihr gleichzu thun.
Wenden wir uns zu den höchsten Leistungen der Kunst, sokann uns die Natur ein Weltgericht nicht anschaulich vorführen,wie die Kunst; aber führt uns denn die Kunst ein solches wirk-lich vor? Wir müssen an den sichtbaren Schein, den sie giebt,erst seine Vorstellung knüpfen, fraglich, wie viel wir daran knü-pfen; ja die Meisten, die sich auf Kunst verstehen, werden viel-mehr an Stil, Gruppirung, Farbenwirkung des Bildes, als an dasWeltgericht dabei denken, wohl gar diesen Gehalt des Bildes ganzunwesentlich für seine Kunstleistung finden; und die sich nichtauf Kunst verstehen, werden gar nicht wissen, was sie aus derwunderlichen Scene machen sollen; in jedem Falle aber wird dasBild nicht so tief und gewaltig in das Gemüth des Menschen grei-fen, als ein, die Kunst gar nichts angehender, wirklicher Act gött-licher Gerechtigkeit, der gegen ihn oder solche, anderen Geschicker Theil nimmt, geübt wird, indess dieser dafür freilich den Men-schen nach Seiten ungerührt lässt, nach denen die Kunst ihn durchdas Bild rührt; ohne mit der stärksten Rührung, die sie durchBilder überhaupt zu erzeugen vermag, den Werth und die Stärkeder werthvollsten und stärksten natürlichen Rührungen erreichenzu können.
Bei dem allen halten wir die bildende Kunst vor Ausen; ähn-lieh aber als mit dieser verhält es sich mit der Poesie. Alle Ge-