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bessern Genrebildern nicht gern sagen, dass sie überhaupt stilisirtseien, indem man factisch unter einer stilisirten Darstellung in derbildenden Kunst eine solche versteht, in welcher nach einer, ineiner bestimmten Kunstrichtung hergebrachten Weise, sei es ausuntriftigem oder triftigem Motiv, von der Natur über das Nothwen-dige hinaus abgewichen ist. So z. B. nennt man die antiken Pferdestilisirt, die den natürlichen in mehreren Beziehungen nicht glei-chen, nicht minder eine Darstellung moderner Gegenstände inmehr oder weniger antikem Gepräge. So gut als in antikemSinne könnte aber eine Darstellung auch in chinesischem Sinnestilisirt sein. Ausserdem giebt es Schuldefinitionen des Stilisirens,wie wenn E. Förster in seiner Vorschule der KunstgeschichteS. 139 sagt: »Eine stylisirle Form in der bildenden Kunst ist eineauf den einfachsten Ausdruck gebrachte Bezeichnung des Gegen-standes«; was mir jedoch den üblichon Sinn nicht zu Irefl'enscheint; und vollends wäre der gute Stil ein armseliges Ding,wenn man ihn nach dieser Definition seiner Ableitung beurtheilenwollte.
Eine Art Eigensinn des Sprachgebrauches scheint es mir zusein, wenn man in gewissen Fällen, die sich der weitsten Fassungdes Stilbegriffes unterordnen lassen, (indem es sich dabei doch auchum eine,mehrern Kunstwerken aus einem gewissen Gesichtspunctezukommende Gemeinsamkeit handelt), lieber von Manier als Stilspricht. Einmal versteht man unter Manier eine, in den Be-dingungen der technischen Verfahrungsweise oder Handhabungder Mittel oder in der Nachahmung eines gewissen Musters be-gründete Gemeinsamkeit der Form- oder Farbegebung, so, wennman von Kreideraanier, Tuschmanier, einer Manier des Farbenauf-trags, einem in Raphaels Manier gemalten Bilde u. s. w. spricht,ohne daran wesentlich den Begriff des Fehlerhaften zu knüpfen.Man würde in der That statt dessen nicht von Kreidestil, Tusch-stil u. s. w. sprechen mögen; wenn schon man meinen sollte, dadas Aeusserliche der Form und Farbe dem Griffel (Stil) näher liegtals der Hand, hätte die umgekehrte Bezeichnung näher gelegen.In einem andern Sinne aber setzt man Manier dem Stil im engernSinne oder guten Stil als etwas Fehlerhaftes gegenüber, indem mandarunter eine, in der Subjectivität des Künstlers oder einer Kunst-schule begründete, Gemeinsamkeit der Form- oder Farbegebungversteht, die weder gurch sachliche Angemessenheit noch die Vor