Druckschrift 
2 (1898)
Entstehung
Seite
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zu haben, lasse ich etwas von dem Yortheile nach, den ich in derletzten Vollendung jedes einzelnen haben könnte, und führe dieFoderung dieser Vollendung gleich gar nicht in meine Welt ein.

Zu Vorigem kommt noch, dass der Versuch, es der Natur inder Detailausführung gleich zu thun, ohne sie doch ganz darin er-reichen zu können, mit der Stärke des Haupteindruckes auch garleicht seiner Richtigkeit schadet. In der That: nehmen wir einenKreis, der in einer Menge kleiner Biegungen verläuft, so aber, dassdie kreisförmige Hauptform doch aus grösserer Entfernung, wo dieBiegungen für das Auge verfliessen, richtig in die Erscheinung tritt.Wer den Kreis mit allen seinen Biegungen zeichnen will, wird dieHauptform leichter verfehlen, als wer den Kreis ohne die Biegungenzeichnet, und um so mehr wird er berechtigt sein, es zu thun,wenn die Biegungen nur störende Zufälligkeiten sind. Da alleunsre nachahmende Kunst nur eine Annäherung ist, so ist es nichtanders möglich, als dass bei jedem kleinen Fleckchen, jedemStrichelchen, was wir besonders wiederzugeben versuchen, einekleine Abweichung von der Wahrheit stattfindet und die Summedieser Abweichungen kann leicht eine Resultante geben, wmlchevom bezweckten Haupteindruck abweicht.

Hiegegen giebt es historische Bilder, (so z. B. von Linden-schmit), die in der Nähe aus blossen Klecksen zusammengesetztscheinen, und in einiger Ferne einen Ausdruck von plastischerKraft und Lebenswahrheit machen, wie nicht leicht durch eineAusführung zu erreichen ist, welche die Farben- und Form-Resultanten, die in den einzelnen Klecksen gegeben sind, noch inihre Componenten aufzulösen strebt. Nur gereicht diesen Bilderngegentheils nicht zum Vortheil, dass sie, wenn man nur etwasnäher tritt, statt durch eine feine Ausführung zu erfreuen, sich inein unreinliches Geschmiere auflösen. Also lässt sich auch nachdieser Seite zu weit gehen, und wird man sich Glück wünschenmüssen, dass es nicht lauter Bilder giebt, denen man über 3 Schrittvom Leibe bleiben muss, um sie nicht abscheulich statt schön zufinden. Immerhin sind sie weit solchen vorzuziehen, welche dasDetail einfach weglassen, statt es in Resultanten zusammenzu-ziehen, und die dann in Nähe und Ferne gleich leer und schwäch-lich erscheinen.

Gesetzt übrigens, ein Künstler hätte sich darauf eingeübt, diegrösstmögliche Vollkommenheit in Wiedergabe des kleinsten Details