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und die Frage, warum sie bestehen, eben nur damit beantworten,dass das eigentümliche höhere Wohlgefallen, was die Kunstüber alle Leistungen der Natur hinaus zu erwecken vermag, nichtanders zu erzeugen ist; in wem es aber erzeugt werden kann,der wird damit selbst einen der Charaktere haben, die zum rechtenKenner gehören. Bleibt nach all’ dem noch eine Unbestimmtheit,was man für die bessten Meister und Muster und wen man fürdie bessten Kenner zu halten hat, so ist ein bestimmteres Princip,als sich auf solche zu berufen, doch übei'haupt nicht zu haben,nie zu haben gewesen und wird nie zu haben sein. Bis zu ge-wissen Gränzen ist man doch darüber einig, was man dafür an-zuerkennen hat; in so weit es der Fall ist, wird man sich auch überdas, was danach in der Kunst erlaubt und nicht erlaubt, gebotenund' nicht geboten ist, einigen können; und in so weit es nichtder Fall ist, giebt es kein Princip, sich zu einigen. Ueberall machtes sich so, dass die, welche in der Kunst heimisch geworden sind,sich zusammenfinden, sich der Uebereinstimmung ihres Gefühlesund Urtheiles nach Hauptsachen erfreuen, in der Nichtüberein-stimmung über Einzelnes auf gemeinsamer Grundlage aber einewechselseitige Anregung finden. So bilden sie, wenn man will,eine Kaste für sich, den Laien gegenüber, die von der Natur herzur Kunst kommen, ohne in ihr eigentümliches Wesen ein-gedrungen zu sein. Wird die Berechtigung des Urtheiles undGefühles solcher Kenner und Freunde der Kunst von den Laiennicht anerkannt, so müssen sie es sich gefallen lassen; sie behaltendoch vor diesen einen Genuss voraus, den diese missen, ein Feldgeistiger Anregung, auf welchem diese Fremdlinge bleiben, undspüren keinen Nachtheil davon an ihrer allgemeinen und höherenBildung, finden vielmehr diese selbst dadurch gefördert. Ein feinesGefühl für die Schönheit der Kunst, aus dem Umgänge mit ihrselbst erworben, wird auch von selbst Früchte für die Schönheitder Lebensführung tragen.
Zuletzt ist jedes Kunstwerk eine freie Geistesthat; jederandre Künstler wird nach seiner andern Individualität die Naturin andrer Weise verlassen und verlassen dürfen; man kann ihnund die Kunst überhaupt nicht in Begeln einzwängen wollen,welche gleich Naturgesetzen binden. Die Schönheit ist etwasMystisches, und die Kunst, indem sie die Schönheit darzustellenhat, theilt diese Mystik. Sie mit dem Verstände aus ihr wegbringen