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2 (1898)
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Religion zu statuiren; worüber sich sehr allgemeine, weit und tiefgehende, Betrachtungen anstellen lassen, auf die wir doch hiernicht eingehen, um in den Schranken der Betrachtung der Kunstselbst zu bleiben.

Wie weit oder eng man das Gebiet der schönen Künste fassenmag, so ist eine Eintheilung und Untereintheilung derselben ausverschiedenen Gesichtspuncten möglich, als namentlich nach denDarstellungsmitteln, Darstellungsformen, Darstellungsgegenstän-den, Weisen der Wirkung, Umständen unter denen die Künste zuwirken bestimmt sind, philosophischen Gesichtspuncten verschie-dener Art und Richtung. Und zwar kann unter Umständen jederGesichtspunct der Gemeinsamkeit, der mehrere Künste verknüpftund von andern Künsten unterscheidet, Anspruch machen hervor-gehoben zu werden, wonach sich die Aesthetik die Aufgabe stellenkönnte, die möglichen Eintheilungsweisen und Verknüpfungs-weisen der Künste in dieser Hinsicht systematisch durchzuführen.Es wäre nur ein, den Geist subjectiv und objectiv ermüdendes undschwerlich hinreichend lohnendes Geschäft, da es weniger inter-essiren kann, die begrifflichen Verhältnisse der Künste nach allensich manniehfach verzweigenden, verflechtenden, kreuzendenRichtungen vollständig darzulegen, als die unstreitig ästhetischwirksamsten Combinationen von Mitteln, welche in den gemeinhinunterschiedenen Künsten zur Geltung gekommen sind, nach ihrenLeistungen zu untersuchen.

Sehr triftig, prägnant und beherzigenswerth ist in dieser Hinsicht, wasLotze S. 459 seiner Geschichte nach Erwähnung verschiedener Classifications-versuche der Künste sagt: »ln der Welt des Denkens und der Begriffe habenalle Gegenstände nicht blos eine systematische Ordnung, die unabänderlichfeststände, sondern der Zusammenhang der Dinge ist so allseitig organisirt,dass man in jeder Richtung, in welcher man ihn durchkreuzt, eine besondereinnere bedeutungsvolle Projection seines Gefüges entdeckt. Keine der er-wähnten Classificationen hat nun Unrecht; jede hebt eine dieser gültigen Be-ziehungen, einen gewissen Durchschnitt der Sache nach einer der Spaltungs-richtungen hervor, die ihr natürlich sind; aber wunderlich ist der Eifer, mitdem jeder neue Versuch sich als den endgültig und einzig wahren ansiehtund die vorangegangenen als nüchterne und überwundene Standpuncte be-trachtet.« Weiter: S. 504: »Es hat wenig Werth, scharfe Begriffsgränzen fürdie einzelnen Künste nur zu suchen, um zweifellos jedes einzelne Erzeugnisseiner von ihnen unterordnen zu können.«

Der philosophische Aesthetiker freilich findet sich in seinemGange von Oben getrieben, aus dem allgemeinen Begriff und