Druckschrift 
1 (1837)
Entstehung
Seite
54
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54 Sexlus Aureliuö Victor.

Wenigen zu entscheiden. Bei dem Römischen, wie bei demAlbanischen Heere befanden sich Drillingsbrüder, bei jenemdie Horatier, bei diesem die Curiatier. In Folge der ge-troffenen Uebcreinknnft mußten diese mit einander kämpfen.Alsbald fielen zwei Römer, die drei Albaner waren verwun-det. Der dritte Horatier war zwar noch unverwnndet, weiler aber allen dreien zumal nicht gewachsen war, so stellte ersich, als flöhe er und tödtete, während die Albaner in eini-ger Entfernung von einander, wie Jedem der Schmerz seinerWunde es erlaubte, ihm folgten, einen nach dem andern.Wie Horatins mit den erbeuteten Waffcnrüstnngen znrück-kehrte, begegnete ihm seine Schwe.ster, welche das Gewandeines der Curiatier, ihres Bräutigams, nicht sobald erblickte,als sie in Thränen ausbrach, worauf sie ihr Bruder nieder-stieß. Bon den Duumviru deshalb vernrtheilt appellirtcHoratins an das Volk, welches durch die Thränen seinesVaters bewogen, ihn soweit begnadigte, daß er zur Sühneunter einem Querbalken durchkriechcn mußte, welcher nochjetzt unter dem Namen des Schwestergalgens aufgerichtet amWeg-: steht.

Da Mctius Fufetins, der Anführer der Albaner, sichbei seinen Mitbürgern verhaßt sah, weil er den Krieg blosdurch den Kampf der Drillinge geendigt hatte, so hetzte er,um die Sache wieder gut zu machen, die Vejcnter undFidenatcr H wider die Römer auf. Von Tullns zur Hülfe-leistung entboten, führte Fufetins, um der Entscheidung

H Veji und Fidenä waren zwei Städte in der Nabe Roms,jenes in Etrurien, dieses im Sabinerlande.