Von dem Ursprung des Römischen Volks. 37
Waffengewalt drohten. Als Ascanius durch einen Eid vorihnen sich zu reinigen suchte und nichts bei ihnen ausrichtete;so erbat er sich Aufschub, um Nachforschungen anstellenlassen zu können, wodurch er die aufgeregten Gennither fürden Augenblick etwas beruhigte. Eine große Belohnungwurde von ihm demjenigen versprochen, welcher die Laviniaausfindig machen wurde. Diese wurde kurz darauf mit ihremSohne gefunden, von Ascanius i» die Stadt Laviuium zu-rückgeführt und ihr kindliche Ehrerbietung von demselben er-wiesen , ein Benehmen, welches ihm nach Cajns Cäsar undSextus Gellins in seinem Ursprünge des Römischen Volksdie Liebe des Volks wiederum in hohem Grade zuwandte.Andere dagegen erzählen, das gesammte Volk sey mit Ge-walt auf Wiedereinsetzung der Lavinia bestanden, und alsAscanius schwur, daß er weder sie getödtet habe, noch umihren Aufenthaltsort wisse: so habe Tyrrhus in der zahlrei-chen Versammlung um Stille gebeten und sich zur Entdeckungdesselben bereit erklärt, wenn ihm und der Lavinia mit ihremSohne völlige Sicherheit verbürgt würde. Dieß sey zngesagtworden And Tyrrhus habe Mutter und Sohn in die Stadtznrückgebracht.
17, Nachdem dreißig Jahre in Laviuium verflossenwaren, fiel dem Ascanius bei, daß die Zeit zu Erbauungeiner neue» Stadt nach der Zahl der von dem weißen Schweinegeworfenen Jungen erschienen sey. Er nahm daher die be-nachbarten Gegenden in genauen Augenschein, ersah fickeinen erhabenen Berg, der jetzt von der darauf stehendenStadt der Albanische heißt, und erbaute eine Stadt auf dem-selben, welche er wegen ihrer Gestalt — sic dehnt sich sehr