30 Sextus Aurelius Victor.
Amme des Aeneas erhielt. *) Dagegen berichten Cäsar undSempronius, Cajeta scy nicht ihr eigentlicher Name, son-dern ihr Beiname gewesen, Len sie von dem Umstande erhal-ten habe, daß die Trojanischen Mütter, der langen Seefahrtmüde, ans ihren Rath und Antrieb die Flotte daselbst inBrand steckten. Dieß beißt auf Griechisch und dahersey ihr der Beiname geworden. Aeneas sey von da an den-jenigen Thcil der Küste von Italien gekommen, dem eindaselbst befindlicher Lorbeerhain den Namen Laurens gabund wo Latinus herrschte. Hier habe er nebst Anchiscs, sei-nem Sohne und seinen übrigen Begleitern gelandet und sicham Ufer niedergelegt, wo sie nach Aufzehrung der vorräthi-gen Lebensmittel sogar die Rinde von den geheiligten Mchl-tischen sBrodscheibens, welche er mit sich führte, anfaffen.
11. Jetzt habeAnchises gcmuthmaßt, daß dieß das Endeihrer Mühseligkeiten und Irrfahrten sey. Er erinnerte sichnämlich einer ehemaligen Vorhersagung von Venus, daß,wenn sie an fremder Küste, von Hunger getrieben, selbst dieheiligen Tische nicht verschonen würden, hier der ihnen vomSchicksal zum Wohnsitz bestimmte Ort seyn werde. Auchhabe ein dem Werfen nahes Mutterschwein, das man zumOpfern aus dem Schiffe gebracht, welches aber den Händender Opferdiener sich entwunden hatte, dem Aeneas einen ihmeinst gewordenen Orakelspruch in das Gedächtniß zurückgc-rnfen, nämlich ein vierfüßiges Thier werde ihm den Wegzu Erbauung einer Stadt zeigen. Aeneas sey mit den Bil-dern der Penaten dem Thiere nachgegangen und habe auf derStelle, wo es sich niederlegte und dreißig Junge warf, eine') Dergl. Aen. VII, r ff.