Baden (Geograph.-Statistisches).
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lLnqs der Schweizer- und Elsässergrenze bis zurMma dem alemannischen, im N. der Murg demstänkischen Stamme des deutschen Volkes an.Sie ist zum größeren Tbeil, besonders am Rhein,höchst aufgeweckt u. rührig, in den Gebirgsgegen-den bedächtiger, dabei sehr genügsam n. gesittet.Zste Zunahme der Bevölkerung beziffert sich fol-awdermaßen: 1811 hatte B. 990,663, 1823:
1109,430, 1831: 1,207,004, 1843: 1,334,865,MS: 1,357,208, 1861: 1,369,291 Ew. Von1842 bis 1846 betrug der jährliche ZuwachsM, in den darauf folgenden Jahren trateine Abnahme ein u. erst 1861 wieder eine Zu-nähme. Die Volkszahl von 1871 weist derjenigenMi Vi-'.l von 1861 gegenüber eine Gefammtzunahme vonS//„ oder jährlich 0,63"/o nach. Am dichtesten. iizA-l ist die Bevölkerung am Mittelrhein (143 Ew.
ans 1 Hjiem), dann am Niederrhein (107), hier-P Lc/^1 aus am Oberrhein (92) u. am dünnsten im Schwarz-mld- u. Bodensee-Gebiete (66). Nach dem Ge-schlechte zerfällt die Bevölkerung in 711,551 NIMM-liche Personen (48„7°/„) und 749,011 weiblichePersonen (S1 die L-tadtbevölkerung betrug
Hb ^ 411,160, die des Landes 1,050,402 Ew. Wasdie Bewegung der Bevölkerung betrifft, so fanden^ 1868-1872 jährlich durchschnittlich 55,925 lebende
/ Geburten statt, darunter 6356 uneheliche (1864bis 1867 noch 8336, im Jahre 1872 nur nochW5). Im nämlichen Zeiträume starben jährlich...7,,.-^ 4S,574 Menschen; mithin Überschuß der Geburtenüber die Todesfälle 13,351. Ehen wurden inderselben Zeit jährlich 12,981 geschlossen. Ans-gM„,dert sind von 1864—73 24,884 Personen(enigewandert 2662), dagegen 1850—55 noch--s"? 62,444 Personen. Städte gibt es in B. 113, dar-,
wter waren 1871 nur 2 mit mehr als 25,000(Mannheimn.Karlsruhe) u. 6 mit 10—25,000Ew.
« (Freiburg, Heidelberg, Pforzheim, Rastatt, BadenMd Konstanz); seither ist die Bevölkerung Frei-T'j-M burgs über 25,000 gestiegen. Die kleinste Stadt,'L'zeF Mch Deutschlands überhaupt, ist Hauenstein amRhein mit 160Ew. DieZahlder Gemeinden beträgt1584, außerdem gibt es 32 selbständige Colvnien.Der Religion nach gibt es in B. 942,560 Ka-tholiken, 491,008 Protestanten, 2265 Secten-Milg,jeder und 25,703 Israeliten. Am größten4 das Übergewicht der Katholiken im Landescom-«issariatsbezrrke Konstanz (91 pCt.); beinahe gleichM find Katholiken und Protestanten im BezirkeMannheim. In den Bezirken Freiburg u. Karls-">he zählen die Katholiken 65 und SO pCt. Diedorlviegende Beschäftigung der Bevölkerung B-s/ ist die Landwirthschaft; im Jahre 1864 lebten569,089 Personen von diesem Erwerbszweige.Ms das Gesammtareal fallen 36 pCt. Ackerland,^-3 M. Wald, 10,4 pCt. Wiesen 7,1 pCt.«eiden, 1,4 pCt. Weingärten u. 0,9 pCt. Gar-Das Land ist trefflich angebaut; den besten^oden haben die Gegenden am Bodensee, am«»iserstuhl, an der Kinzig und am Neckar. DerGrundbesitz ist im Allgemeinen stark getheilt, u.
H Mer find selten. Der Obstbau ist am^ ^ am stärksten. Dem Weinbau dienen
lg
überiy'^t ' Was^die Forstcultur betrifft,
so
^-rwicgt in der Tiefebene'der"Laubwald/indem
^ Eiche in schönen, meist aber gemischten Be-
Pierers Umverjal-Coiwersations-Lexikon. 6. Ausl.
ständen, die Buche u. Hainbuche ansehnliche Flä-chen bedecken; verhältmßmäßig häufig sind auchdie Esche u. Nüster, in nassen Gegenden die Erleu. Weide. Die Sandflächen des nördlichen Theilsder Tiefebene sind von der Kiefer (Föhre) be-standen. In den nördlichen Berglandschaftenüberwiegt die Buche, im Schwarzwalde die Fichteund Tanne und nur in den tieferen Theilen dieBuche. Die höchsten Theile des Schwarzwaldessind nicht von Hotz bestanden, sondern dienenals Viehweiden. Der BiehstanL zählte (9. Dec.1871) 71,320 Pferde, einschließlich der ärarischen,579,608 Rinder, 157,403 Schafe, 65,066 Ziegen,308,910 Schweine; die Zahl der Bienenstöcke be-trug 84,204. Nach der Zählung vom 3. Dec.1873 waren im Großherzogthmn 67,085 Pferden. außerdem 3135 Militärpferde, 660,405 StückRindvieh, 170,556 Schafe, 67,587 Ziegen, 371,389Schweine, 75,831 Bienenstöcke. Sehr beträchtlichist- die Industrie; sie zählt etwa 700 Fabri-ken; ihre Zweige sind: Bearbeitung des Holzeszu Bauholz, zu Schwarzwälder Uhren (über700 Werkstätten fertigen gegen 120,000 Uhren),zu allerhand Holzwaaren u. Theer, ferner Stroh-flechten und außerdem große mechanische Baum-wollenspinnereien und Webereien, mechanischeFlachsspinnereien, Seidenwaarenfabrikeii, Hohöfen,Walzwerke, Eisengießereien Maschinenfabriken,chemische, Leder-, Tabak-, Zucker- u. Glasfabriken,Maschinenpapier-, Tapeten n. zu Pforzheim be-deutende Bijouteriefabrikation rc. Handel meistTransito-, weniger Eigenhandel, der erstere wirddurch die Lage B-s sehr begünstigt; geschlosseneGesellschaften treiben auch starken Holzhandelmittels der sich in den Rhein ergießenden Flüsseund auf dem Rhein durch Flößen nach Holland.Die Eisenbahn längs des ganzen Rheins mitvielen Verzweigungen Anfang 1874 1010 km, da-von nur 45 iciu Prioalbahnen. Straßen Ende1872 2850 km. Dampfschifffahrt ans demBodensee, dem Rhein bis Straßburg und Schaff-Hausen-Konstanz und dem Neckar.
Verfassung. B., welches als der 5. Staatim Deutschen Reiche im Bundesrathe durch 3 Be-vollmächtigte vertreten ist u. znm Reichstage 14Abgeordnete entsendet, ist eine constitittionelle erb-liche Monarchie. Nach Hausgesetz von 1615 und4. October 1817 ist die Nachfolge im Mannes-stamme nach dem Erstgeburlsrecht u. der Lineal-solge erblich, nach Erlöschen des Mannesstammesfolgt der Weiberstamm, d. i. die männliche Nach-kommenschaft der nächstberechtigten badischen Prin-zessin ohne Rücksicht ans Verwandtschaftsnähe mitdem letzten Regenten. Der Großherzog ist alsSouverän in der Ausübung seiner Regierungsge-walt, außer den durch die Reichsverfassung ihmauferlegten Schranken, an die Bestimmungen derin den Grundzügen mit Berücksichtigung der ver-schiedenen Verhältnisse der französischen Charte sichanschließenden Verfassungsurkmide v. 22. August1818 und der dazu gegebenen Edicte gebunden.Die nach dieser Verfassung bestehende Ständever-sammlung ist alle zwei Jahre zu einer ordentlichenSession zu berufen n. besteht aus zwei Kämmern:zu der 1. gehören die Prinzen des Hauses, dieHäupter der standesherrlichen Familien (5 Fürstenii. Band. 33