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Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
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Arabische Sprache u. Literatur.

Frähn u. Tornberg u. in den Hot. st Oxtr. ässmanusorits, Bd. 2, S. 1960, vollständig vonde Guignes); Edrisi (dessen 6so§rapliia uudisnsis,evchien arabisch in Rom, lateinisch von Gabr.Sio'nita, Paris 1619, französisch von Janbert,arabisch u. französisch mit Anmerk, und Glossarvon Dozy u. Goeje, Leyd. 1866); Abd el Latif u.Abul Feda, besonders aber Jakut (Lessen geogra-phisches Wörterbuch arabisch herausg. von Wüsten-feld, 1866). Die encyklopädischen und ethno-graphischen Werke des Nuvairi u. Kazwini ent-halten auch viele geographische Notizen. DieLandkarten der Araber find schlecht, ä. Die Grund-lagen der theologischen Literatur bilden derKoran n. die, Sunna. Unter den vielen Samm-lungen der Überlieferungsurkunden sind die be-rühmtesten die des Bokhari (st. 869) u. seinesSchülers Moslim (st. 874), von denen jene inÄgypten u. Asien, die des Moslim aber in Spa-nien und im nördlichen Afrika als die beste ge-schätzt wird. Jede von ihnen enthält 4000 Tra-ditionen. Neben diesen halten die Sunniten auchdie Sammlungen von Abu Dawnd (st. 888), Tir-midzi (st. 892) u. Nasai (st. 915) für kanonisch,u. Einige fügen die von Jbn Madscha (st. 886),oder die von Jbn Kozaima (st. 923) noch hinzu,so daß die Zahl der kanonischen Sammlungen sichauf 6 beläuft. Eine der wichtigsten Sammlungenvon ans den Koran sich beziehenden Traditionen(den Durar al Mochtar) hat Sojuti (st. 1505)veranstaltet, u. Hussein ben Mesud (st. 1121), derWiedererwecker der Sunna, sammelte 4119 Über-lieferungen unter dem Titel Maßabih (d. i. Lam-pen), in welchen Walt Eddin den CommentarMischkat ol Masabih in 24 Büchern schrieb (eng-lisch von Matthews, Calcutta 180910, 2 Bde.).Durch die Einführung der Aristotelischen Philo-sophie entstand die Übertragung der Philosophieauf die Theologie und die Sectenspaltung; die 4sunnitischen Serien (s. u. Islam) erkannten dieTradition an; die 72 von einander abweichendenschiitischen verwarfen dieselbe; die Meinungen die-ser Secten in Scharastanis Buch über die Reli-gionen (herausg. von Cureton, 1842, deutschvon Haarbrücker: Scharastanis Religionsparteienund Philosophenschnlen, Halle 1850, 2 Bde.).Unter den einzelnen theologischen Disciplinen stehtdie Exegese des Koran oben au; die berühmtestenSchriftsteller dieses Faches sind der heterodoxeZamakhschari (10741143) und der orthodoxeBaidhawi (st. 1292), herausg. arabisch von Flei-scher, Lpz. 184648, 2 Bde.; vgl. darüberSojutis Inder äs Interpret. Lorani, herausg.von Meursing, Leyd. 1839. Über Dogmatik schrie-ben: Al Gazali, Omar al Nasafi sst. 1142), (über-setzt von Mouradgea d'Ohsson im Oabioau äsi'smpire ottom., 1787); Amedi (st. 1233), Baid-hawi, Al Senusi (El Senusis Begriffsentwickelungdes mohammedan. Glaubensbekenntnisses, arabischund deutsch von Wolfs, Lpz. 1848, behandelt diebeiden Hauptpunkte des moslemischen Glaubensvon Gott u. den Propheten), Ahad Eddin el Jdschi(st. 1355), (8tatio guinta et ssxtn et appsuctixlidri LIsvnüic von Störensen, Lpz. 1848, enthältdas letzte Drittel des Mevafik über die hanifi-tisch-mohammedanische Glaubenslehre und einen

Anhang über die mohammedanischen Secten).Dieselben schrieben auch über Liturgik u. Moral,so Zamakhschari in dessen goldenen Halsbändern,einer Sammlung von 99 moralischen Sprüchen(herausg. von I. von Hammer, Wien 1835; Flei-scher, Lpz. 1835 und Weil, Slnttg. 1836). ZurTheologie kann man auch die asketischen u. theo-sophischen Schriften der mystischen Sofis rechnen,welche theils prosaisch, theils in Versen abgefaßtsind; siehe darüber Jones, Os possi asiat., S.181 der Lpz. Ansg., n. Herbelot n. d. Art. EslhkAllah, d. i. die Liebe Gottes. Die Bibel wurde seitdem 10. Jahrh. öfter übersetzt, zuerst von Saadias(Rüdiger, Os Interpret, nr. libror. V. I'. bist.,Halle 1829). o) Die arabische Jurisprudenz istmit der Theologie innig verwandt, weil das Mos-lemitische Recht zugleich kanonisch ist u. ans demKoran und den dazu gehörigen Traditionen ge-schöpft wird. Eine juristische Literatur beginnt erstmit dem 11. Jahrh. Eines der berühmtestenRechtsbücher ist das Miltika al Abhar, d. i. Zu-sammenfluß der Meere (französisch von Mouradgead'Ohsson in dem oben genannten Buche Inblsauäs 1'siupirs ottom.) von Scheikh Ibrahim vonHaleb (im 16. Jahrh.). Von den arabischen Rechts-gelehrten folgte ein Theil bei richterlichen Ent-scheidungen dem Buchstaben des Koran und derTradition, so Schafii (st. 819), der Stifter der-jenigen der 4 orthodoxen Secten, welche sich ammeisten der Pflege der Geschichte gewidmet hat.Unter den Schafiitischen Rechtsgelehrten zeichnetsich Maverdi (st. 1058) aus, welcher zugleichals Politiker berühmt ist. Andere, wie Hanifa(st. 767), der Stifter der Hauifiten oder Ver-unnstglänbigen, hielten mehr an dem Sinne desGanzen, indem sie zwar die Tradition nicht ver-warfen, aber Vernunftsgründe ihr vorzogen, unddieses Verfahren ist das herrschendere geworden.Die Hambaliten, deren Stifter Achmed den Ham-bal (st. 848), u. die Malikiten, deren Stifter Malikben Anas (st. 795), lassen den Gebrauch derVernunft u. Philosophie nur dann zu, wenn übereinen Gegenstand weder eine deutliche, noch dunkleBelehrung in der Tradition enthalten ist. Wichtigsind neben den oben genannten Mischkat noch dieFetavi oder Fetvas, die Anssprüche berühmterJuristen (Futawa Alemgiri, Calc. 18281835,6 Bde.) u. die Hidaja aus dem 12. Jahrh., dievollständigste Darstellung des Arabischen Rechtes,(Obs Oiäs^aii rvitii its Oommsntarz', tirs IQ-L^aii, Calc. 183132, englisch von Hamilton,Land. 1791, 4 Bde.), wie es sich besonders durchdie Bemühungen der berühmtesten Rechtslehrerin den ersten Jahrh. der Hidschra ausbildete.Französische Bearbeitungen des MoslemitischenRechtes seit der Eroberung Algiers nach dem Ritusder Malikiten von Perron, 1848, 2 Bde., u. nachdem der Hauifiten von du Euroy, 1848. Be-sondere Partien des Arabischen Rechtes sind be-handelt von Zeilinger (Kriegs- und Friedensge--chichte der Muselmänner, Erl. 1828) und von^Solvat (Instituts äu äroit makom. snr In xuerrsavse Iss inüäslss, aus dem Arabischen, Paris1829). I) TheoretischePhilosophie gehörtnichtin den Kreis altarabischer Literatur; erst unterden Abbassidischen Khalifen im 8. u. 9. Jahrh.