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Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
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611
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Gegebin hin in ganczer meyn.

Wer die andern haben sol,

Hs. 61,138b Der luge vnd sy besynnet wol,

Daz er sin zucht nicht vbir gebe,

5 Das er ymmer dar nach strebe,

Das yme geyn fraüwen vbel stetVnd er kein vnzücht iemer letIn herczen ynd in synnen.

Mit züchten er gewynnenio Sal der hulde, dye zucht auch pliget.

Eyn züchtig man gein zucht gefieget,

So er der werden wibe schonet.

Obe dem .die mynne mit züchten lonet,Mit lieplichir zemelichkeyt,

15 Fro sy daz liercze vnd gemeyt,

Daz in virswigen reyner zuchtErlich heldet ein wiplich frücht.

Wer also myn crone erwirbet,

An dem kein selde verdirbet,

20 Ime wirt myn kröne vnd hulde,

Das er keyne schände dulde.

Wer gütlich ist vnd dugenthafftYnd dreit mit eren der tügende crafft,Der sal die dritte crone han,

25 Ob er yme selber dtigent gan

Mit worte, mit werke, mit gütenYnd frauwen eren behüten.

Wie er daz mit tügenden brenget,

Hs. 61,139 Ob kein lügener erclinget30 Von reynem dugenthafften wibe,

Das sal eins mannes dügent verdribeGütlich vnd zürn besten,

Der frauwen ere vesten.

Alsus sal dügent nach duginden streben,35 In mildekeit gein frauwen leben

Vnd yn virgebin nach dügent Sitten.

Der also düt, dem ist gesnyttenMine cleyder vnd myn crone fyn.

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