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Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
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Hs. 2, 72t

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Da kwam ein regen, der waz groeß,

Der vil vaste uff sie schoeß.

Der regen macht sie so gar naß,

Daz sie nahen ertruncken waz.

Allerst macht sie sich dannen.

Dye swercz waz ir abe gegangen.

Da sye zue irer varb kummen waz,

Dar nach sie wieder maüseVnd tet, alz sie vor hett getan,

Biz sie ir schcene wieder gewan.

Bey dieser kaczen vnd meüseSüllen wir mercken geytig leiite,

Wan sie trachten nacht vnd tag,

Wye jn viel guetz werden mag,

Vnd stellen darnach iren muet,

Alz die kacz auff die maüs tuet.

Vnd daz die kacz was manger var,

Daz betiit der hoffertigen schare.

Eyner überhebet sich seins guetes,

Der ander seins übermuetes,

Der dritte seiner edelkeyt,

Der vierde seiner schoenheit,

Der fünffte seiner stercke krafft,

Der sehste seiner mageschafft,

Der syehende seins gewaltes,

Der achte seines weysen raetes,

Der neünd seiner jügent,

Der zehend seiner vntügent.

Dez üherhebent sie sich.

Da mit seint sie der kaczen gleich.

Daz sich die kacz an die kacz an die traiiff leitVnd nicht uff stunt von tragkeyt,

Da bey die tregen seint bekant,

Die lange jn Sünde gelegen kant.

Sie kümmen kum von irem sündigen leben,Alz die kacz tet auß dem regen.

Daz die kacz kein fleisch,

kacz an die zu tilgen.