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Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
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523
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Hs. 2, 57c

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Hs. 2, 57*25

1. Vgl.

DER KESEDIEP.

Ejn Rab auff einem bavm saß,

Dar vnder stuend das grüen graz.

In seinem snabel er da truegEyn verstoln kese klueg.

In eyner kücliin er jn nam,

Da er verholn dar kwam.

Dye frauwe wolt salcz springen.

Der rab begönde swyngenMit dem kese auff daz feitVnd slueg dar auff sein gezelt.

Eyn fuchs dez keses wart gewar.

Er huebe sich zue dem bäum dar.

Der fuchs sprach: ich freuwe mich,

Daz ich dich, vögel wünneclich,

Dez gueten tages han gesehen.

Bey meiner warheit wil ich iehen,

Der aurhan, phahe noch der swan,

Ir keyner dir geleichen kanAn gevieder noch an schöne.

Man solt dich billich krönen.

Dein ktinne han ich ervarn.

Dein art geet für den adelarn.

Nue ist en wenig hynden plieben.

Ob dein gesanck ist geschrieben,

So wiird mein hercz fröleich.

Freüntlichen grüez mich,

Daz ich verneine dein gesang,

So wirt mir dein lop bekant.

Laßbergs liedersaal 2, 171, Boner s. 28 Pfeiffer. Geliert 1, 234