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Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
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Vnd auch bleyg var.

Daß wert wol ein Jar,

Daß er nymat dorst sagenNoch seinen kummer klagen5 Noch seins herczen vngemach.

Eins tages die frawe sprach:

Hs. 2, 124b Ich solt zu dem schreber gen

Vnd solt sehen, wie es vmb in sten.

Mit innecklichem synne zu dem schreyber ginck.10 Do von er mer enpfinck

Kummers, dann er het vor.

Sie sprach: laß deins herczen torRecht gein mir offen stan!

Mag nymat in der weit gehan,

15 Do von du magt genesen?

Deß wil ich fleyßiek wesen.

Do sprach der schreyber:

Ffraw, myns herczen swerLeyt an eyner sag gar.

20 Sie sprach: du solt mir offenbar

Sagen, was die sag sey.

Er sprach: lat ewr meyt hie beyGen, daß ir die pein erhörtVnd meyn red gein euch erstort.

25 Der meyd entweichen ein teyl.

Er sprach: fraw, als meyn heyl,

Meyn lieb, meyn leid, meyn wolIch von ewern schulden dol.

Do sprach die fraw wol getlian:

30 Ich wen, ich ny gefuget han,

Daß dir zu schaden mögt kummen.

Mögt ich dir vil gefrumenVnd groß lieb erwerben,

Daß laß ich nit verderben.

35 Do sprach der mynnet sich man:

Allen kummer, den ich han,

Ffraw', den thuet mir ew r er mynne,

24. ? Und ljilit, 35. ? minnesieohe.