Druckschrift 
Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
Seite
226
Einzelbild herunterladen
 

226

Fraw, mir euer dinst nicht gefellet.

Gredlein, wiltu dich dann scheiden,

So wil ich auch nicht vermeiden,

Ich wil dir abslahen an deinem Ion,

5 Was thu mir heuer Schadens host getan.

Das thut mir auch gar zorn.

Du host mir heuer verlornEin sychel vnd ein graß tuchVnd hast mir zuproclien ein krugio Ynd hast mir den keler offen gelassen,

Das mir die katzen das smalz aus fraßen,

Ynd host mir auch die katzen geyagt,

Das sie mir die sclitissel vnd die löffel zu trat,

Das ich altzeit pat den liern dein,

15 Das ers neur gut lies sein.

Darzu wil ich das auch rechen

Vnd wil mir sein nymant lan absprechen,

Das du mir liest freßen die katzen die höner meinVnd sprachst vor dem hern dein,

20 Sie wem ym prunnen ertruncken.

Soll es mich alles gut düucken?

Fraw, ir mögst mit warheit nit als sprechen.

Ir wolt mir siist mein Ion abprechen,

So wil iclis euch ye nicht vertragen,

25 Ich wil auch meinem hern sagen

So gar ou allen wann,

Das ich heiir gesehen lian.

Wenn mein her wolt auß wandern,

So gieng es schon durch einander.

30 Wenn er sich vermas,

Das er ein tag oder zwen aussen was,

-So sanclt yr aus poten,

So waren genß vnd höner gesoten.

Darzu so hab ich altzeit stil geswigen,

35 Das pfaffen hinten und vorn einstygen.

Die fraw sprach: gredlein, hab gelimpff!

Es ist gewesen neur ein schimpft'.

Du solt mich nicht melden.