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Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
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Hs. 62, 7P

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NUN VOLGT HERNACH AIN SPRUCHVOM BURGER IM IIARRNÄSCH.

Ain reicher Burger hett ain weih,

Die zoch auff hoffart iren leib.

Daz was clem Burger allzeit! wider;

Wann er waz ersam vnd auch bider.

Er sprach: mein weih, nun volg du mir,Waz ich alhie will sagen dir!

Zwu liaußmayd hastu ymmer stett,

Vnd wir genug an ainer hett,

Die dir nachgieng zu aller fartt.

Do sprach die selbig fraw so zartt:

Mein trautter man, waz schatt es doch,Daz sy mir all zwu tretten nach?

Nun ist es doch wol wertt mein leib.

Nun ist doch nit kain handtwergks weih,Ir muß stättigs ain mayd nach gaun:Warumb solt ichs nit besser haun?

Also der red geschwigen ward.

Die mayd die hüeltt sy ymmer dratt.

Der Burger schwig still vnnd verstol.Darnach über ain halb Jar wolAn ainem Suntag daz geschach.

Der herr zu seinen mayden sprach:

Rieht daz essen an! es ist nun tag.

Vor hunger ich nit beitten mag.

Die mayd sprachen: es taugt vns nicht,Daz ich zu essenn noch anricht,

Wann nach der frawen mtieß wir gan,Die thutt zu kirchen wartten stan.