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Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
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Hs. 62, 69b25

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Vnd daz mich nyemantz nit wer sehen.Do es dem mittem tag ward nehen,

Do harnen in die stubenn gangenSo gar mit houelichem brangenManch fraw so wunneclich beklaydt.

Ir aine nach der andern schraittSo gar mit zichtigklichen trittenYnd auch nach adelichem Sitten,

Biß daz ir aylff kamen hin ein.

Darnach sprach die wirtin fein:

Nun so seind wir allsam hynnen.Haußknecht, merclc, waz soltu begynnen,Ynd schleuß die rigl für die thür!

Ob yemantz gieng hin oder für,

So soltu nyemantz lassen ein.

Wir wölln ains gutten müettlins sein.Des wurden die frawen allsambd lachen.Gedacht ich wol: es will sich machen.

Do sprachen die rainen fräwlen zart:Setzt euch zu tüsch (es ist mein ratt)Vnd lebt on alle missethat!

Daz ward von frawen pald gethan.

Die erst die liub nun oben an.

Ir antlitz gab so liechten schein.

Der andern leicht ir mündlin feinRecht sam ain amarelle new.

Die dritt die saß in stätter trew,

Mit weyssen händen als ain harm.

Der vierdten synwell ire arm,

Sam sy auß helffen bain wern gmacht.Die fünfft sach lieplich; wann sy lacht,So gwan sy grüeblin in den wengle.

Die sechste dirn liett ain hengle,

Ain synwel kyn, daz ir wol zam.

Die sibend an den wangen brann,

Recht sam ain roß in irer pliet.

Die achtet leicht auß irer güett,

Recht sam vmb mitten tag die Sun.