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Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
Seite
111
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Hs. 58, 2

VONN EINEM PFARRER.

Sich fügt eines tags zue einen zeyten,

Das ein pfarrer solt aus Reytenn,

Der jne einem dorffe ein pfarrer was,

5 Wann sich füget das also,

Das er einen kranncken solt berichten.

Ynd do er zue jm Reytenn soltVnd het sich ganntz darzu bereitVnd sporn vnd Stieifell angeleyt,

10 - Do hett er an einem Stieffel vnnten

Ane der solen eine weite schruntenn,

Das er gedacht: wie macht sich das?

Nun jst es katig daussen vnd naß.

So ich dan ah vom pfert wirt stenn,

15 So wirt mirs koth jne die Stiefel gen.

Seiner kellerin ruefft er zue jm dar,

Das sie des lochs nem eben warYnd jm da rite, wie er thet,

Das jm der Stiefel würd vernet,

20 Das er nit lang darauff dorfft peyten.

Die meyt die sprach: do sult jr reytennHs. 58,2»> Dort hin zue ewers geuattern haußVnd ruefft jm, das er kum heraußVnd euch das loch am fuß vernee.

25 Es würt euch hart vermachet Ee.

Also Reyt er dahin mit Eyll.

Vnnsernn herrn ließ er do haymen die weil

1. Vgl. fastnachtspiele s. 1157. Auch Atanasio da Verrocchio (Raccolta dinovelle 2, Ixt) hat den Stoff behandelt. 5. ? also daz. »