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XXIX. Vorlesung.
teten Persönlichkeiten wenigstens einige Beispiele kennen zu lernen,beschäftigen wir uns zunächst mit einem 33jährigen Techniker,der nach den buntesten Irrfahrten für einige Zeit bei uns gestrandetist. Eine Schwester und eine Tante der Mutter des Kranken warengeisteskrank. Der Kranke selbst soll als kleines Kind Zahnkrämpfegehabt haben und späterhin von einem Baume gefallen, dabeilängere Zeit bewußtlos gewesen sein. Er war von Jugend auf un-verträglich, unruhig, blieb häufig aus der Schule oder lief aus der-selben fort. Obgleich er nicht unbegabt war, sondern namentlichin Mathematik, Zeichnen und Literatur gute Fortschritte machte,fehlte ihm jede Ausdauer zur Arbeit. Er fügte sich nirgends, warunbotmäßig, machte dumme Streiche und mußte infolgedessendie Schulen und Pensionen, in denen er untergebracht wurde, viel-fach wechseln. Es kam auch vor, daß er, um sich der lästigenSchule zu entziehen, wochenlang einfach verschwand, um dannplötzlich bei weit entfernt wohnenden Verwandten wieder aufzu-tauchen. Die geschlechtliche Entwicklung trat sehr früh ein; derKranke mußte schon auf der Schule wegen Trippers behandeltwerden, hat auch viel onaniert. Er machte eine Phimosenoperationdurch und litt sehr lange an Bettnässen. Mit 20 Jahren trat er alsEinjähriger beim Militär ein, erlitt mehrere Strafen wegen Betrunken-heit und nächtlichen Ausbleibens, kam dann wegen Insubordinationauf die Festung und wurde endlich als „geistig defekt“ aus demMilitärverbande entlassen.
Man versuchte nunmehr, ihn in verschiedenen Werkstätten undFabriken als Volontär unterzubringen, doch wurde er überall wegenseiner Neigung, seine Arbeit einfach liegen zu lassen, zu trinken,geschlechtliche Ausschweifungen zu begehen, nach kurzer Zeitwieder fortgeschickt. Ebenso mißglückte ein Versuch, ihn auf eineGewerbeschule zu schicken; er zechte ohne Geld in einem Bordellund verwundete den Hausknecht, der ihn hinauswarf, mit einemMesser. Zeitweise war er dann bei Verwandten oder zu Hauseund wurde hier entmündigt. Dann reiste er wegen des „wenigschönen Verhältnisses zum Vater“ eines Tages davon, wurde jedochwieder aufgegriffen und mit 24 Jahren vorübergehend in eine Irren-anstalt gebracht. Als er nach seiner Entlassung die Flucht vonHause unter Mitnahme erheblicher Geldsummen wiederholte, dieer schleunigst in Bordells durchbrachte, kam er für 3 Jahre in