Hysterisches Irresein.
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des Vorgefallenen zu erinnern. Ähnliche Anfälle traten in derFolgezeit zunächst nach mehreren Wochen, später immer häufigerauf, zuletzt in Reihen von 5—6 an einem Tage. Der vorletzte An-fall stellte sich vor 4 Wochen ein. Das Kind kam dann in einKrankenhaus, wo sich der Anfall vor 14 Tagen noch einmal wieder-holte; seitdem wurde keiner mehr beobachtet. In seiner geistigenEntwicklung soll das Kind zurückgeblieben sein, namentlich vielesvergessen haben, was es früher schon wußte. Es wurde längereZeit wegen einer ansteckenden Kolpitis behandelt, die es von einerkleinen Freundin aufgefangen hatte.
Leider sind wir nicht in der Lage gewesen, einen der geschil-derten Anfälle selbst zu beobachten. Es kann aber nach der Be-schreibung kaum bezweifelt werden, daß es sich um hysterischeErscheinungen gehandelt hat. Dafür spricht neben der leichtenForm und der kurzen Dauer der Anfälle ihre Beeinflußbarkeitdurch Anspritzen mit Wasser, dann aber die außerordentliche Häu-fung derselben in der letzten Zeit und das fast völlige Ausbleibenim Krankenhause, nachdem sie vorher oft schon nach 3—4 Tagenwiedergekehrt waren. Neben diesen Anfällen besteht eine eigen-tümliche Veränderung des Wesens, große Lebhaftigkeit, jäherWechsel der Stimmung und die Neigung, die Aufmerksamkeit aufsich zu lenken, endlich mangelhafte geistige Entwicklung, Züge,denen wir häufig genug bei krankhaft veranlagten und schwierigzu erziehenden Kindern begegnen. Wenn wir das übrigens nichtsehr bedeutende Zurückbleiben der geistigen Ausbildung wohl mitRecht auf die Kränklichkeit des Kindes überhaupt zurückführenkönnen, entsprechen die sonstigen Eigentümlichkeiten der Krankenvöllig denjenigen, denen wir bei erwachsenen Hysterischen be-gegnen; sie dürften daher in tieferer Beziehung zu dem Leidenstehen, dessen Ausdruck die Anfälle bilden. Diese krankhafte Stö-rung im ganzen Wesen des Kindes weist uns auf die Möglichkeiteiner späteren Weiterentwicklung des Leidens hin. Sonst lehrtdie Erfahrung im allgemeinen, daß leichtere hysterische Erschei-nungen bei Kindern mit ihrer großen gemütlichen Beeinflußbarkeitrecht häufig sind, ohne daß es darum späterhin immer zur Ausbil-dung schwerer hysterischer Erkrankungen kommen müßte. Oftgenug verlieren sich die Störungen bei geeigneter psychischerBehandlung vollständig wieder. Am besten wirkt in der Regel die