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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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XXIV. Vorlesung. Epileptischer Schwachsinn.

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XXIV. Vorlesung.

Epileptischer Schwachsinn.

M. H.! Schon bei verschiedenen Gelegenheiten sind wir einermehr oder weniger deutlichen Periodizität der Krankheitser-scheinungen begegnet. Wir haben große Gruppen des Irreseinskennen gelernt, die in einer Reihe von scharf abgegrenzten, bis-weilen ganz regelmäßig wiederkehrenden Anfällen verlaufen. DieUrsache dieser Periodizität kann natürlich nur in dauernden Ver-änderungen des Seelenlebens gesucht werden, deren Spuren wirfreilich in den Zwischenzeiten meist gar nicht nachzuweisen ver-mögen. Es geht uns dabei nicht anders, wie bei den vielfachen perio-dischen Erscheinungen im gesunden Körper, Puls, Atmung, Schlaf,Menstruation u. s. f., bei denen wir ja ebenfalls über die eigentlichenGrundlagen der periodischen Auslösung noch im unklaren sind. Aufder anderen Seite aber fehlt es uns gerade auf krankhaftem Gebietedoch auch nicht an Beobachtungen, in denen neben den periodischenEntladungen eine dauernde Veränderung der Persönlichkeitdeutlich hervortritt und uns lehrt, daß in der Tat die einzelnen Aus-brüche nicht selbständige Erkrankungen, sondern nur die Äuße-rungen eines krankhaften Grundzustandes darstellen. LehrreicheBeispiele für dieses Verhalten haben uns bereits die Endzuständeder Dementia praecox mit ihren so überaus häufigen periodischenErregungen geliefert; heute werden wir noch eine weitere, äußer-lich oft recht ähnliche, ihrem Wesen' nach aber ganz andersartigeGruppe von Krankheitszuständen zu betrachten haben, bei denenebenfalls neben einem bleibenden Schwachsinn rasch ablaufendeSeelenstörungen mehr oder weniger regelmäßig wiederkehren.

Zunächst zeige ich Ihnen einen 18jährigen Schreinergesellen,der bereits zum 5. Male seit einem Jahre zu uns gekommen ist. Ersoll aus gesunder Familie stammen, hat aber zwei Geschwister frühan Krämpfen verloren. Bei ihm selbst trat im Alter von y 2 Jahreein Krampfanfall auf, der sich dann anfangs etwa alle Vierteljahre,späterhin alle Monate wiederholte. Oft kamen die Krämpfe inGruppen, auch des Nachts. Vor 2 V 2 Jahren und ebenso vor P /2 Jah-ren schlossen sich an die Krämpfe noch Verwirrtheit, Angst und