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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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Altersblödsinn.

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mehr wiedergegeben werden, und nach 30" haftete nur noch 1 / i ,später gar nichts mehr. Daß die Kranke selbst diese Flüchtigkeitihrer Vorstellungen empfand, geht aus ihrer Äußerung hervor:Ichweiß nicht; man kann sich in seinem ganzen Innern nicht mehrfassen.

Die Stimmung der Kranken ist im ganzen gleichmütig, hierund da ärgerlich, nicht selten aber auch lustig, zu Scherzen geneigt.Sie zeigt vielfach eine gewisse Unruhe, packt ihre Sachen zu-sammen und will fort, zu ihren Eltern, zur Hochzeit, behauptet, inihrer Decke ein Kind zu haben, das getauft werden müsse, wirdgrob, wenn man sie wieder ins Bett bringen will. Der Schlafist durch die Unruhe sehr beeinträchtigt; dagegen nimmt dieKranke genügend Nahrung zu sich und hält sich bei einiger Nach-hilfe sauber.

Der hervorstechendste Zug in dem geschilderten Krankheits-bilde ist offenbar die außerordentlich starke Störung der Merk-fähigkeit, die weit über alles hinausgeht, was wir bei anderenKrankheitsformen beobachten. Die einzelnen Vorstellungen, diedurch äußere und innere Vorgänge angeregt werden, verblassenso schnell wieder, daß durchaus keine zusammenhängende Kettevon Erinnerungen zustande kommt. Hinzufügen will ich, daß,wie manche Anzeichen lehren, außerdem auch die Klarheit der Ein-drücke weit langsamer erreicht zu werden scheint, als beim Ge-sunden. Daher schwinden viele Vorstellungen bereits wieder, be-vor sie noch recht deutlich geworden sind. Man versteht wohleinigermaßen, daß sich aus dem Zusammenwirken dieser beidenStörungen jener Zustand entwickeln kann, wie ihn unsere Krankedarbietet. Wir bezeichnen denselben alsPresbyophrenie.

Gerade die wachsende Bedeutung, welche die Merkstörung inden schweren Irreseinsformen des Greisenalters gewinnt, dürfte,wie mir scheint, die Anschauung rechtfertigen, daß auch diejenigenVerstimmungs- und Erregungszustände dem senilen Irresein zuzu-rechnen sind, bei denen jener Zug in den Vordergrund tritt unddamit die Wahrscheinlichheit eines ungünstigen Ausganges naherückt*). Sollte sich diese Ansicht auch für die Zukunft als richtig

*) Die Kranke ist 3 Jahre später in einer Pflegeanstalt gestorben, nachdemsie allmählich stumpfer geworden war.