Verblödung bei gröberen Hirnerkrankungen.
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um sie in verschiedenen Stellungen zu verwenden. In Baden-Badenwill er einen Kaiserkongreß abhalten, auf dem sämtliche DeutscheFürsten und Stämme erscheinen sollen, als Deutscher Kaiser vonRußland und Frankreich.
Die Stimmung des Kranken ist gehoben, leicht erregt. Häufigbricht er in ein unbändiges Lachen aus; er meint jedoch: „Ich mußlachen; ich lach’ nicht gern und kann’s nicht lassen; es kommt undgeht; es ist gerad’ wie’s Meer.“ Uns gegenüber schlägt er einen ge-mütlich-kollegialen Ton an, klopft uns auf die Schulter, schlägt zurBekräftigung derb auf den Tisch. Sein Benehmen ist etwas un-geschlacht, aber natürlich und geordnet; nur fällt eine gewisse Un-ruhe und Geschwätzigkeit auf.
Die körperliche Untersuchung des großen, sehr kräftig gebau-ten Mannes ergibt zunächst als Ursache seines Hinkens eine alte,rechtsseitige Coxitis mit Verrenkung des Gelenkkopfes nach hin-ten und Verkürzung des Beines um 7 cm. Der linke Arm ist etwasschwächer, als der rechte; der Kranke gibt an, hier öfters das Ge-fühl von Pelzigsein zu haben, doch läßt sich eine Empfindungs-störung kaum nachweisen. Die linke Gesichtshälfte erscheintetwas schlaffer, als die rechte; der Kniesehnenreflex ist links stärker,als rechts. Die Pupillenreaktion zeigt keine Störung; die Sprachedes Kranken ist ein wenig undeutlich und verwaschen; seineSchriftzüge bieten kleine Unregelmäßigkeiten und Verbiegungendar; Auslassungen von Buchstaben kommen ebenfalls vor, wennsie auch bei der sehr mangelhaften Rechtschreibung des Krankenschwer zu beurteilen sind. Die Radialarterien sind geschlängelt,hart; der Puls ist gespannt, langsam; sonst lassen sich keine Ab-weichungen auf körperlichem Gebiete nachweisen.
Über die Vorgeschichte unseres Kranken erfahren wir, daß erim Feldzuge 1870/71 erkrankte und in französische Gefangenschaftgeriet. Es entwickelte sich bei ihm eine eitrige Hüftgelenksent-zündung, die zu der Verkürzung seines rechten Beines führte. VomJahre 1881 an verfiel der Kranke dem Trünke und kam allmählichimmer mehr herunter. Er wurde etwa 60 mal bestraft, wegenBetteins, Ruhestörung, Hausfriedensbruchs, groben Unfugs, einigeMale auch wegen Körperverletzung und kleiner Diebstähle. Fernerwurde er dreimal ins Arbeitshaus eingewiesen, nachdem der zustän-dige Bezirksarzt ihn wiederholt für nicht geisteskrank, sondern für