Verblödung bei gröberen Hirnerkrankungen.
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eine Störung, die auf das Haften früherer Bewegungsantriebe hin-weist. Alle diese Erscheinungen sind allmählich, offenbar infolgevon Ermüdung, immer stärker hervorgetreten, so daß es schließlichschwer wird, ihn zu verstehen. Beim Versuche, zu schreiben, machensich entsprechende Krankheitszeichen sofort ungemein deutlich gel-tend. Der Kranke beginnt ganz flott seinen Namen, gerät aber schonnach wenigen Worten in ein ganz unverständliches Gekritzel hinein,in dem man zur Not noch einzelne Buchstaben erkennen kann, wäh-rend deren Zusammenordnung zu Silben durch Umstellungen, ver-kehrte Einschiebsel, besonders aber durch sinnlose Wiederholungderselben Zeichen völlig vereitelt wird, so daß der Kranke entmutigtden Bleistift beiseite legt.
Die körperliche Untersuchung des kräftig gebauten und gut ge-nährten Mannes ergibt erhaltene Pupillenreaktion, leichte nystag-musartige Zuckungen beim Sehen nach rechts und vielleicht An-deutungen von rechtsseitiger Hemianopie, soweit sich darüber beiseiner geistigen Schwerfälligkeit ein Urteil gewinnen läßt. Die Haut-empfindlichkeit ist rechts etwas herabgesetzt; Gegenstände, die demKranken in die Hand gegeben werden, erkennt er links besser alsrechts. Lähmungen sind nicht vorhanden, doch ist die grobe Kraftbeträchlich vermindert, besonders rechts. Alle Bewegungen ge-schehen langsam und ungeschickt; der Kranke vermag nicht ein-fache Handstellungen nachzuahmen. DerGang ist unsicher, tappend;beim Stehen mit geschlossenen Augen schwankt der Kranke; diegespreizten Finger zeigen feinschlägiges Zittern. Die Kniesehnen-reflexe sind lebhaft, beiderseits gleich. Sonstige Störungen vonseiten des Nervensystems sind nicht nachzuweisen. Die Schläfen-arterien sind stark geschlängelt, treten deutlich hervor; die Radial-arterien sind ziemlich hart. Der Puls ist voll, regelmäßig, 72; amHerzen ist keine Abweichung nachzuweisen. Im Harn findet sichreichlich Eiweiß.
Die Verbindung von psychischer Schwäche, insbesondere vonGedächtnisabnahme, mit den Zeichen eines schweren Hirnleidens,wie sie der Kranke darbietet, wird uns zunächst an die Möglichkeiteiner Paralyse denken lassen. Dieser Verdacht wird noch verstärkt,wenn wir erfahren, daß er 2Monate nach der Aufnahme einen Ohn-machtsanfall gehabt hat, an den sich in den nächstenTagen dieEnt-wicklung einer ausgeprägten Aphasie mitHemianopie, Hypästhesie