Verblödung bei gröberen Hirnerkrankungen.
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der Tat das Verständnis für Worte bei ihr gelitten hat. Legt manihr zwei verschiedene Geldstücke hin mit der Aufforderung, etwadas größere oder das höherwertige zu nehmen, so bleibt ihr derSinn der Aufforderung offenbar ganz unklar. Sie nimmt bald daseine, bald das andere in die Hand, legt es wieder hin und siehtden Arzt fragend an, ohne zu wissen, was man von ihr will. Bietetjedoch der Gegenstand selbst eine gewisse Handhabe dafür, unsereAbsicht zu erraten, so wird sie auch ohne langes Zögern vonihr ausgeführt. So macht sie mit einem Schlüssel die Bewegungdes Schließens, öffnet eine Streichholzschachtel und nimmt einHölzchen heraus, obgleich es ihr mit ihrer einen Hand ziemlicheMühe macht; ein Messer öffnet sie sogar unter Zuhilfenahme derZähne. Einen Arzt, den sie zufällig von früher her kannte, be-grüßte sie sehr lebhaft, nickte ihm bei jedem Besuche besonderszu und verstand, daß man von ihm sprach, wenn man sie auf-forderte, ihn aus der Zahl der begleitenden Herren herauszusuchen.Auch jetzt findet sie auf meine Frage ihren Abteilungsarzt leichtheraus und nickt ihm wiederholt freundlich zu, indem sie ihreqmonophasischen Satz eifrig vor sich hinmurmelt.
Aus diesen Erfahrungen dürfen wirschließen, daß die Krankeim allgemeinen die dargebotenen Eindrücke ziemlich gut auffaßtund verwertet, daß sie aber die an sie gerichteten Worte nurmangelhaft versteht. Es besteht also neben der völligen Unfähig-keit, zu sprechen, auch ein ziemlich hoher Grad von Worttaub-heit. Die Kranke zeigt keine auffallende Färbung ihrer Gemüts-lage; sie ist im allgemeinen gleichmütig, kümmert sich wenig umihre Umgebung, schläft viel. Beschäftigt man sich mit ihr, so wirdsie freundlich; vernachlässigt man sie, so weint sie, so einmal,als man vergessen hatte, sie mit den anderen Kranken in denGarten zu bringen. Wünsche oder Furcht äußert die Kranke nicht;Erregungen wurden nicht beobachtet. Ihr Benehmen ist ganz ge-ordnet. Sie hält sich sauber, ißt selbständig, begrüßt den Arzt,fügt sich willig in die getroffenen Anordnungen.
In den 4 Monaten, seit die Kranke bei uns ist, hat sich ihrkörperlicher und psychischer Zustand nicht wesentlich geändert; nurwar sie im Anfänge unrein, mußte gefüttert werden, erschien blöderals jetzt. Dieser Verlauf spricht von vornherein sehr gegen denVerdacht einer paralytischen Erkrankung,da diedortvorkommenden