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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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Endzustände der Dementia praecox.

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holzköpfchen zu vergiften, später auch noch die Pulsadern zu öff-nen. Damals schon fiel ihrem Manne die gezierte Sprechweise auf,die ihr früher nicht eigen war. Als sie nun wiederum in die Klinikgebracht wurde, versank sie rasch in tiefen Stupor. Obgleich sieüber Zeit und Umgebung klar war, sich völlig sauber hielt undselbständig, saß sie fast ein Jahr lang stumm, stark vornüberge-beugt und mit fest zugekniffenen Augen im Bette, jedem Eingriffeden starrsten Widerstand entgegensetzend. Legte man sie mit vielerMühe zurück, so federte sie sofort in die Höhe; ihr die Augen zuöffnen, erwies sich als gänzlich unmöglich. Auf Nadelstiche, selbstan den empfindlichsten Stellen, reagierte sie höchstens durch leisesBlinzeln oder Erröten. Der Besuch ihrer Angehörigen machte ihrnicht den geringsten Eindruck. Beim Essen tauchte sie mit derNasenspitze in die Suppe, führte aber den Löffel ganz langsam undregelmäßig zum Munde, hielt sofort an, sobald jemand ins Zimmertrat. Zwischen den fest ineinander gefalteten Fingern entstandschließlich Druckbrand. Das Körpergewicht sank um I6Kilogramm.

Die Kranke wurde nun in eine andere Anstalt verbracht, wosie fast noch ein weiteres Jahr in dem gleichen Zustande verharrte.Dann erwachte sie ganz plötzlich aus demselben und verlangte so-fort, entlassen zu werden, da sie durchaus gesund sei. Auch jetztbetrachtet sie ihr sonderbares Benehmen keineswegs als krankhaft,obgleich sie alle Einzelheiten zugibt. Gesprochen habe sie nicht,weil sie meinte, durch Schweigen eher heimzukommen; sie beklagtsich bitter, daß man ihr damals ein Eisen, die Stecknadel, in dieStirn gestochen, sie umgeworfen habe.

Nach dem Aufhören des Stupors kehrte die Kranke vor 27 2 Jah-ren wieder zu ihrem Manne zurück, war aber sehr gereizt, nament-lich zu gewissen Zeiten, lief zu verschiedenen Anwälten, um eineKlage wegen ihrer Einsperrung in die Anstalt anzustrengen, ver-langte dafür 30 000 Mark Entschädigung. Nach und nach tratendann deutliche Gehörs- und Gefühlstäuschungen hervor. Der Mannund die Leute auf der Straße schimpften über sie; im Bett, im Stuhl,im Ofen waren Höllenmaschinen, durch die man Strahlen auf sielosließ. Aus ihrem eigenen Leibe, aus der Wasserleitung, aus demBellen der Hunde ertönten gräuliche Stimmen, so daß sie Tag undNacht keine Ruhe hatte und drohte, sich verhungern zu lassen. Allediese Dinge stellt die Kranke jetzt kurzweg in Abrede. Sie gibt nur