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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
Entstehung
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Endzustände der Dementia praecox.

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der einzelnen Kranken. Sie lehrt uns, daß bei der großen Mehr-zahl der mehr oder weniger verblödeten Kranken diejenigen Er-scheinungen voraufgegangen sind, die wir im Krankheitsbilde derDementia praecox kennen gelernt haben, wenn auch in sehrwechselnder Ausprägung. Sie lehrt uns aber ferner, daß dort, woandersartige Krankheitsvorgänge die Verblödung herbeigeführthaben, bei genauerer Betrachtung auch in den Endzuständen nochdie Eigenart des Leidens erkennbar bleibt. Darum ist es eine,wenn auch schwierige, so doch grundsätzlich lösbare Aufgabe,nicht nur beim Beginne einer Geistesstörung den weiteren Verlaufund Ausgang vorauszusagen, sondern auch umgekehrt aus demEndzustände Rückschlüsse auf die früheren Krankheitsabschnitte zuziehen. Es gibt nicht etwa einen einzigen Blödsinn mit mehrzufälligen Spielarten, der den Ausgang der verschiedenartigstenungeheilten Geisteskrankheiten bildet, sondern jede Form des Irre-seins führt, wenn sie nicht heilt, zu einem ihr allein eigen-tümlichen Endzustände. Freilich zeigt sich diese Eigenartimmer nur in den wesentlichen Krankheitszeichen, während diezufälligen Begleiterscheinungen sehr wechseln können. Leider istunsere Kenntnis dessen, was wesentlich ist, heute noch sehr un-vollkommen, so daß wir bei der Deutung des einzelnen End-zustandes ohne die Vorgeschichte oft genug im Zweifel bleibenwerden. Immerhin ermöglicht uns die sorgfältige Beachtung derklinischen Zeichen auch schon jetzt, uns in einer beträchtlichenZahl von Fällen aus dem Schlußabschnitte des Leidens wenigstensein ungefähres Bild von dem zu entwerfen, was voraufgegangen ist.

Die 57jährige Frau, die Ihnen als erstes Beispiel dienen mag,ist vollkommen besonnen, klar über Zeit und Umgebung und gibtmit großer Redseligkeit Auskunft. Sie beginnt sogleich, zu betonen,daß sie ganz gesund sei, nicht in die Klinik gehöre, sondern ihrebaldige Entlassung verlange. Ihr Mann scheine geisteskrank zusein, da er sie hergebracht habe; er habe sich mit anderen Frauen-zimmern abgegeben und sie schlecht behandelt, viel Geld verbraucht,während sie eine ungemein ordentliche und sparsame Frau ge-wesen sei. Auch die Nachbarsleute hätten sie beschimpft; einReisender habe in ihrer Gegenwart eine unsittliche Handbewegunggemacht. Als sie auf dem Bezirksamte gewesen sei, um sich einLeumundszeugnis zu holen, habe sie plötzlich lachen müssen, ob-