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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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XVII. Vorlesung.

können. Stahlstangen stellen sie auf, so daß sie den Strom geradein sein Schlafzimmer hineinschmeißen können; es sind so Schein-werfer. Mit dem elektrischen Schlüssel sind sie nachts in sein Hausgekommen, haben ihn betäubt und auf den Mund geschlagen. Eshat einen Gestank gegeben wie von verbranntem Leder oder Kno-chen; der wurde ins Haus gelassen. Im Essen war Seifenbrühge-stank und Phosphorgestank. Manchmal haben sie ihm den Kopfzusammengespannt, das Gesicht eingedrückt, ihn in die Seite oderin den Leib hinein geschlagen, daß er weh tat, dicker wurde und wieaufgeblasen war, bis die Winde abgingen. Der Optiker zeigte ihmein rundes Ding von Glas mit Röhrchen dran, meinte aber, dieMaschine, die seine Feinde hätten, müsse größer sein; auch einSchutzmann, der dazu kam, sagte, das hätten die Schuster. Daraufbestellte er sich eine Preisliste von einer Fabrik elektrischer Appa-rate, um zu sehen, wie die Maschinen seien. In den Zeitungen saher die Anzeigen durch, da dort auch ähnliche Apparate angezeigtwaren. In dem Strom ist dieSündenprognose:das ist grad wiedraußen am Telegraph; da zeigt sich alles an, was kommt.

Gegen diese Verfolgung rief der Kranke zunächst den Bürger-meister um Hilfe an und wandte sich dann mündlich und schriftlichan das Bezirksamt, aber man half ihm nicht, so daß er bald merkte,die Herren unterstützten den Schuhmacher. Er suchte sich daherselbst zu helfen, legte die Bettflasche an den Kopf; darin hörte erdeutlich das Ticken von dem Strom, hatte aber Ruhe, besonderswenn er noch ein Eisenstück dazu tat. Auch hier bittet er um einigeStücken Weißblech, damit er sie von allen Seiten um sich herumlegen könne. Noch lieber wäre ihm ein festgeschlossener Raummit dicken Wänden, durch die keine Strahlen hindurchgingen. Erschreibt noch immer Eingaben an die Behörden mit der Bitte umSchutz und beabsichtigt, bis an das Ministerium zu gehen.

Alle diese Erzählungen bringt der Kranke in völlig ruhigemTone vor. Er ist von der Richtigkeit seiner Vorstellungen felsen-fest überzeugt, läßt sich durch Einwendungen nicht im geringstenbeirren, hört kaum darauf hin, gibt sich keine Mühe, sie zu wider-legen, sondern wird höchstens ärgerlich und meint, daß wir auchdazu helfen, indem wir ihn ungerechter Weise einsperren und zu-rückhalten, verlangt daher auch dringend seine Entlassung. Überfernliegende Dinge kann man sich mit ihm ganz gut unterhalten, doch