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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
Entstehung
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Paranoia.

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nung der Richter und Gerichte, mit Beschwerden an die Gerichts-vorstände und stellte die Beantragung des Disziplinarverfahrensgegen den Staatsanwalt beim Großherzoge sowie einen Notschreian die ÖffentlichkeitzurWahrungberechtigterlnteressen in Aussicht.

Die zahllosen Eingaben, die er in den letzten Jahren verfaßthat, nach seiner Angabe meist in der Nacht, sind überaus langatmig,bringen in ziemlich unzusammenhängender Weise immer dieselbenDinge vor. In ihrer Form und Ausdrucksweise lehnen sie sichan diejenige juristischer Schriftstücke an, beginnen mit einemBetreff, führen überallBeweismittel an, schließen mitGründen,strotzen von halb oder ganz mißverstandenen Fachausdrücken undParagraphen der verschiedensten Gesetze. Vielfach sind sie flüchtigund anscheinend in Erregung geschrieben, enthalten zahlreicheAusrufungs- und Fragezeichen, selbst mitten im Satze, einfacheund mehrfache Unterstreichungen, auch mit Rot- oder Blaustift,Randbemerkungen und Nachträge, so daß oft jedes freie Fleck-chen noch ausgenutzt ist. Manche Eingaben sind auf die Rück-seite von Bescheiden und Erlassen anderer Behörden geschrieben.

Infolge dieser unablässigen Belästigungen der Behörden wurdeder Kranke schließlich als geisteskrank entmündigt, ergriff aberdagegen jedes nur mögliche Rechtsmittel und soll jetzt auf An-ordnung der höchsten Instanz von uns endgültig noch einmalbegutachtet werden. Sein Geschäft hat er inzwischen, wenn auchwohl mit manchen Schwierigkeiten, weiter betrieben und ist, vonseinen Eingaben abgesehen, nicht auffällig oder störend geworden.

Wenn wir ihn nun selbst zu Wort kommen lassen, so erkennenSie, daß der Kranke nicht nur über seine Lage vollständig klarist und über die Ereignisse der Vergangenheit geordnete Auskunftgibt, sondern sich auch mit großer Geläufigkeit und Schlagfertig-keit über seinen Rechtsstreit zu äußern vermag. Offenbar tuter das mit einer gewissen Befriedigung. Er ist nie um eine Ant-wort auf Einwände verlegen, sondern verteidigt sein Vorgehendurch Anführen immer neuer Einzelheiten, Rechtsgrundsätze undGesetzesparagraphen. Bei längerer Unterhaltung tritt allerdingseine ermüdende Weitläufigkeit seiner Erzählungen hervor, dieNeigung, von einem Gedankengange auf einen anderen abzuspringen,während doch dabei schließlich immer dieselben Wendungen undAusführungen wiederkehren. Dabei stellt sich heraus, daß der