Paranoia.
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widerrechtlich zurückgehalten werde. Das, so schließt er mitBitterkeit, sei der Dank, den ihm das Vaterland für seine Verdienstezuteil werden lasse.
Alle diese Auseinandersetzungen gibt der Kranke in völligruhiger und geordneter Weise; sie entsprechen auch im allgemei-nen den tatsächlichen Vorgängen. Auffallend ist zunächst nur eingehobenes Selbstgefühl, die Überschätzung der eigenen Leistungenund Fähigkeiten, zumal aus der Art der Darstellung hervorgeht,daß der Kranke keine sehr hohe Bildung besitzt. Ferner ist be-merkenswert die Selbstverständlichkeit, mit der er einen innerenZusammenhang zwischen seiner Unterredung mit dem Minister undder Einleitung der deutschen Kolonialpolitik annimmt, sowie dieZuversicht, mit der er trotz aller Mißerfolge in den Tag hineingelebt und sein Vermögen verzehrt hat, ja auch jetzt noch Ehrenund Gewinn von seiner Tätigkeit erwartet. Weist man ihn auf denGegensatz zwischen seinen Hoffnungen und der Wirklichkeit hin,so meint er, der Prophet gelte nichts in seinem Vaterlande; er seiden Herren eben zu gescheit gewesen. Endlich aber wirft er mitgeringschätziger Handbewegung die Bemerkung hin: „Was wollenSie — der Unterrock!“
Auf näheres Befragen sträubt er sich zunächst, diesen Aus-spruch zu erläutern, erzählt aber dann nach und nach, daß ihn einFrauenzimmer, die er mit dem Spitznamen „Bulldogg“ bezeichnetund die Tochter des englischen Konsuls in Quito war, schon seit23—24 Jahren mit ihren Heiratsplänen verfolge und, um ihnmürbe zu machen, auf alle Weise seine Schritte zu durchkreuzensuche. Schon in Amerika gingen zuletzt die Dinge nie so, wie erwollte; ihm wurden mit Nachschlüssel Hunderte von Vogelbälgenaus Bosheit gestohlen; überall merkte er die Schwindeleien derBulldogg und ihrer Helfershelfer. „Wenn man alles anders macht,als ich es gemacht haben will, da muß doch etwas dahinterstecken.“ Auch in die Heimat sei ihm die halbverrückte Ameri-kanerin nachgereist, habe sich in seiner Nähe eingenistet, dieFrechheit gehabt, sich in Mannskleider zu stecken, und die Heiratdadurch erzwingen wollen, daß sie ihn verhinderte, eine Stellungzu finden, und ihn dadurch in Not brachte. Unter den verschie-densten Namen habe sich die raffinierte Person ihm genähert, ob-gleich er ihr immer gesagt habe, daß man sich durch solche