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XIV. Vorlesung.
Sachliche Zellgewebsentzündung am rechten Beine in Betrachtkommen.
Die auffallendste Erscheinung in diesem Krankheitsbilde sinddie choreatischen Bewegungen. Leider ist indessen deren klinischeDeutung nicht ohne weiteres klar. Sie können die Zeichen einereigenartigen Erkrankung, aber auch Begleiter der Hysterie sein.Die Schwere des ganzen Zustandes, die Andeutungen eines Herz-fehlers, dessen nahe Beziehungen zur Chorea bekannt sind, würdenmehr für die erstere Auffassung sprechen. Auf der anderen Seiteaber erfahren wir, daß die Kranke, deren Vater an einem Schlag-anfalle gestorben ist, seit ihrem 15. Jahre an Anfällen von Bewußt-losigkeit gelitten hat, die sich im allgemeinen nach 6—8 Wochenwiederholten. Sie stieß dabei einen Schrei aus, zuckte mit denHänden und Füßen, hatte Schaum vor dem Munde und atmeteschwer, wußte nachher nichts von dem Vorgefallenen. Verletzun-gen kamen nicht vor, nur einige Male ein leichter Zungenbiß. DieAnfälle dauerten 5—10 Minuten; nachher war die Kranke müdeund schlief einige Stunden. Vom 21. Jahre an setzten sie 3 Jahrelang aus, kamen dann in verstärktem Maße wieder. Vor 3 Jahrenheiratete die Kranke, nachdem sie vorher schon einmal außerehe-lich geboren hatte; während der Schwangerschaft blieben die An-fälle wieder aus. In der Ehe machte die Kranke 2 Fehlgeburten im4. Monate durch, erkrankte dann vor 2 Jahren an Gelenkrheuma-tismus. Ein halbes Jahr später war sie 4 Wochen lang ganz ver-wirrt, sprach wenig und ohne Zusammenhang, verkannte die Per-sonen, lag starr da, mußte gefüttert werden, war unrein. Nachherhatte sie keine Erinnerung an diesen Zustand. Mit dem Beginneeiner neuen Schwangerschaft im vorigen Jahre blieben die Anfällewieder aus, um erst in den letzten Monaten von neuem aufzutreten.Vor einem Vierteljahre setzte dann ein verwirrter Erregungszustandein, der völlig dem jetzigen entsprach, aber leichter war und nach3 Wochen wieder schwand. Einige Wochen nach der letzten Ent-bindung wurde die Kranke zum zweiten Male von Gelenkrheuma-tismus mit Fieber befallen, der sich bei geeigneter Behandlungrasch wieder verlor. Seit 12 Tagen machten sich dann die chorea-tischen Bewegungen mit Verwirrtheit und Personenverkennungbemerkbar, anfangs gering und mit Besserungen, dann immerstärker. Bei der Aufnahme der Kranken in die Klinik waren die