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XIII. Vorlesung.
jenigen Krankheitszeichen, die in demselben Krankheitsverlaufewechseln, in verschiedenen dagegen auf gleiche Weise wieder-kehren, als allgemeine Begleiterscheinungen geistiger Störungenanzusehen sind, wie etwa Fieber, Pulsbeschleunigung, Schmerzenbei körperlichen Erkrankungen. Sie gestatten uns keine zuver-lässigen Schlüsse auf die besondere Art des vorliegenden Leidensund sind unter diesem Gesichtspunkte als unwesentliche Krank-heitszeichen zu betrachten, mögen sie an sich noch so auffallendoder gefahrdrohend sein. Ihnen stehen die oft viel unscheinbareren,diagnostisch wesentlichen, kennzeichnenden Störungen gegen-über, die wir in den verschiedensten Zustandsbildern derselbenKrankheit immer wiederfinden, und die uns daher die Natur des zu-grunde liegenden Leidens enthüllen. Ohne Zweifel kennen wirbisher erst einen sehr kleinen Teil der wesentlichen Krankheits-zeichen. Es dürfte gelingen, festzustellen, daß so manche Störungen,die uns heute bei verschiedenen Krankheiten in ganz gleicher Formaufzutreten scheinen, bei genauester Zergliederung im einen undim anderen Falle doch gewisse Unterschiede darbieten. Wir haltenz. B. jetzt die manische und die katatonische motorische Erregung,die Willenshemmung und den Negativismus auseinander, von denendie ersteren beiden früher unter dem gemeinsamen Namen des Be-wegungsdranges, die letzteren unter dem des Stupors zusammen-gefaßt zu werden pflegten. Soweit wir schon imstande sind, äußer-lich ähnliche Zustände auf Grund kennzeichnender Eigentümlich-keiten verschiedenartigen Krankheiten zuzuweisen, habe ich michbisher bemüht, Ihnen Ziel und Weg zu zeigen. Auch heute wollenwir versuchen, bei einer kleinen Gruppe anscheinend gleichartigerKrankheitsbilder die maßgebenden Unterscheidungsmerkmale auf-zufinden, die uns die Erkennung der besonderen klinischen Be-deutung des einzelnen Falles ermöglichen.
Der 40jährige, kräftig gebaute Lehrer, den ich Ihnen zuerstzeige, liegt mit etwas verfallenen Zügen und gerötetem Gesichteim Bette. Er befindet sich in beständiger Unruhe, wühlt in seinemBettzeuge, reibt rhythmisch an seinen Armen und Beinen herum,sucht und pflückt an der Decke, wälzt und dreht sich; seine Be-wegungen sind dabei zittrig und unsicher. Um seine Umgebungkümmert sich der Kranke gar nicht, gibt auf Befragen meistkeine Antwort, sieht höchstens flüchtig auf, ist ganz mit sich be-