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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
Entstehung
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Paralytischer Größenwahn.

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Weißwein, um eine Wirtschaft einzurichten, kaufte sich einenDolch und Arsenik, hatte einen Anfall, in dem er ganz steif wurde.

Sie sehen, daß sich der Kranke jetzt in lebhaftester Erregungbefindet. Er hat seinen Anzug zum Teil zerrissen, sich mit denFetzen in unordentlicher Weise herausgeputzt, Streifen um dieBeine gebunden, die Jacke ausgezogen, die Beinkleider hoch ge-streift. Er schwatzt unaufhörlich und entwickelt die fabelhaftestenGrößenideen, will sich größer machen lassen, so daß er 4 Zentnerwiegt, läßt sich Stahlstangen in die Arme setzen, trägt eiserneOrden von 2 Zentner Gewicht, macht sich 50 Negerinnen mit einereisernen Maschine, wird immer 42 Jahre alt bleiben, heiratet eineGräfin von 16 Jahren mit 600 Millionen Vermögen, die vom Papstedie Tugendrose bekommen hat. Pferde besitzt er, die keinen Haferfressen, ferner 100 goldene Schlösser mit Schwänen und Wal-fischen aus dem Stoffe, aus dem man die kugelsicheren Panzermacht; er hat große Erfindungen gemacht, dem Kaiser ein Schloßfür 100 Millionen gebaut, steht mit ihm auf Du und Du, hat vomGroßherzog 124 Orden bekommen, schenkt jedem armen TeufelV 2 Million. Daneben bestehen Verfolgungsideen. Man hat ihn5 mal morden wollen, saugt ihm jede Nacht 2 Kübel voll Blut ausdem Hintern; er wird daher die Wärter köpfen, von Hunden zer-reißen lassen, baut sich eine Dampfguillotine.

Trotz seines fortwährenden Schreiens, Schwatzens und Singensgelingt es doch, von dem Kranken einzelne kurze Antworten zu er-halten. Er nennt seinen Namen, weiß, daß er im Krankenhausefür Närrische ist, kennt die Ärzte, vermag auch ungefähr die Zeitanzugeben, schweift aber immer rasch vom Gegenstände ab undkommt wieder in seine abenteuerlichen Ideen hinein. Seine Stim-mung ist gehoben, glückselig, doch fängt er plötzlich, als er vondem vermeintlichen Tode seiner Frau spricht, an, heftig zu weinen,fährt aber sogleich fort, daß er nun ein reiches Freifräulein hei-rate. Bisweilen wird er gereizt, braust auf, läßt sich indessendurch gütliches Zureden und ablenkendes Eingehen auf seine Wahn-vorstellungen rasch beruhigen. Seine Sprache ist hastig, undeutlich,zeigt die Erscheinungen der verschwommenen, schmierenden Arti-kulation und des Silbenstolperns; auch in seiner Schrift finden sichVersetzungen und Verdoppelungen von Buchstaben neben Un-sicherheit der einzelnen Schriftzeichen. Die Gesichtszüge sind