Paralytischer Größenwahn.
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der guten Pflege sehr gewachsen, so daß er viel leisten könne.Deswegen habe er auch glänzende Aussichten, gedenke bei seinerbald bevorstehenden Entlassung eine große Papierfabrik anzu-legen, zu der ihm ein Freund das nötige Geld gebe. Außerdemhabe ihm Krupp, dessen guter Bekannter jener Freund sei, ein Gutbei Metz zur Verfügung gestellt, auf dem er im großen Gärtnereitreiben wolle; auch für Weinberge sei die Gegend sehr geeignet.Ferner werde er 14 Pferde für den landwirtschaftlichen Betriebanschaffen sowie einen schwunghaften Holzhandel einrichten, derihm sicher ein hübsches Sümmchen eintragen müsse. Auf denEinwand, daß alle diese Geschäfte doch wohl nicht so glatt ab-laufen würden und große Mittel erfordern, meint er zuversichtlich,daß er mit seiner großen Arbeitskraft das schon überwältigenwerde; auch an Geld werde es ihm bei den vorzüglichen Gewinn-aussichten nicht fehlen können. Zugleich läßt er durchblicken,daß der Kaiser sich für ihn interessiere und ihm gestatten werde,den Adel, den sein Großvater wegen Mittellosigkeit abgelegt habe,wieder anzunehmen; eigentlich dürfe er ihn jetzt schon tragen.Alle diese Mitteilungen macht der Kranke in ruhigem, sachlichemTone; er benimmt sich dabei natürlich.
Auch wenn ich Ihnen nicht sagen würde, daß die Verhältnissedieses Mannes infolge seiner Erkrankung keineswegs günstigesind und er durchaus keine Aussicht hat, auf dem von ihm an-geführten Wege etwas zu erwerben, würden Sie wohl auf die Ver-mutung gekommen sein, daß wir es hier mit krankhaften Hoff-nungen, mit Größenideen zu tun haben. Dafür sprichtnamentlich die Selbstverständlichkeit, mit welcher sich der Krankeüber die in seinem Vorhaben liegenden Schwierigkeiten hinweg-setzt, ferner die Leichtigkeit, mit der er sich bereit finden läßt, aufirgendeine Anregung hin seine Pläne noch weiter auszudehnen.Deutet man ihm an, daß wohl auch Geflügelzucht vorteilhaft seinkönnte, so versichert er sofort, daß er selbstverständlich auchTruthühner, Perlhühner, Pfauen und Tauben halten, Gänse mästen,eine Fasanerie anlegen werde. Diese eigenartige Form des Größen-wahnes, das zuversichtliche Entwerfen immer wachsender, leichtbeeinflußbarer Pläne ohne jede Berücksichtigung der entgegen-stehenden Schwierigkeiten, ist in hohem Grade kennzeichnend fürdie progressive Paralyse. Ähnliches wird freilich auch in