Katatonische Erregung.
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liegenden Zustand nicht dem manisch-depressiven Irresein, sondernder Dementia praecox zuzurechnen, deren kennzeichnende Züge,gute' Auffassung neben gemütlicher Verödung und verschieden-artigen Willensstörungen, wir hier wiederfinden. Der Vater unseresKranken war Trinker und vorübergehend geisteskrank; auch dessenMutter soll getrunken haben. Der Kranke selbst war immer still,sehr fleißig, von mittlerer Begabung. Vor 7 Monaten, in den 7böSchulferien, fing er plötzlich an, ganz unsinnig zu lernen, wurdedann verwirrt, glaubte, man lache ihn aus, weil er schmutzig sei,wusch sich den ganzen Tag, hatte Angst, man hole seine Sachen,schlage die Scheiben ein, schien auch Stimmen zu hören, griffohne Anlaß seine Mutter an, ließ unter sich gehen und sprach 'loCkein Wort mehr. Auch in der Klinik war er zunächst stumm, kata-leptisch, gab steif und ruckweise die Hand, verweigerte allmählichvollkommen die Nahrung. Der Gesichtsausdruck war meist ganzgleichgültig, zeitweise heiter; die Besuche der Angehörigen machtengar keinen Eindruck. 7~>&
Die Vorgänge in der Umgebung faßte der Kranke gut auf,befolgte jedoch Aufforderungen in der Regel nicht, tat vielmehrbisweilen geradezu das Gegenteil davon. So kniff er die Augenzu, als von seinen Pupillen gesprochen wurde, deckte sich dasTaschentuch über das Gesicht, wenn man letzteres ansehen wollte,zog die Hand weg, sobald er sie reichen sollte. Öfters war erunrein, schmierte sogar und drehte Kügelchen aus Kot, ein Zeichenerheblicher gemütlicher Abstumpfung. Nach längerer Nahrungs-verweigerung verlangte der Kranke plötzlich Schweizerkäse, dannSchokolade, um beides gierig zu verzehren; wir erkennen daraus 1 10deutlich die sinnlose Triebartigkeit der Nahrungsverweigerung.
Einmal legte er sein ausgestrecktes Bein in das Nachbarbett, ver-harrte auch in dieser Stellung, als jenes fortgerückt wurde. Im7. Monate der Krankheit begann der Kranke erregt zu werden,nachdem er vorher aus seiner Stummheit heraus schon bisweilengesungen hatte. Mitten in der Nacht warf er sein Bettzeug heraus,wippte rhythmisch auf dem Rost auf und nieder und schrie unauf-hörlich: „Jetzt will ich wissen, wo mein Bruder ist!“ Seitdem be-findet er sich in steter Erregung, zerstört, ist unrein, schimpft undspricht verwirrt. Seinen Angehörigen, denen er bei Besuchen nurdie Eßwaaren abnahm, ohne mit ihnen weiter viel zu sprechen,