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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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IX. Vorlesung.

folgen, und endlich arteten dieselben bald in wüste Schimpfe-reien aus, ohne daß ein äußerer Anlaß dazu Vorgelegen oder derKranke selbst stärkere Erregung verraten hätte. Einige dieserZeichen haben wir früher schon kennen gelernt, so den Negativis-mus, der sich in dem Verweigern der Antwort, vielleicht auch indem dauernden Schließen der Augen kundgibt, ebenso die Stereo-typie. Neu hinzu kommt die Sprachverwirrtheit, das völligzusammenhangslose Gerede ohne Unbesinnlichkeit und ohne starkeErregung, ein Zeichen, das den manischen Zuständen in dieser Formf fremd ist. Freilich können auch manische Kranke verwirrt reden,aber sie verlieren den Zusammenhang so vollständig höchstensvorübergehend und in den schwersten Erregungszuständen beistärkerer Bewußtseinstrübung. Selbst dann aber gelingt es fastimmer, wenigstens diese oder jene zutreffende Antwort von ihnenzu erhalten. Ebenso treffen wir die grobe Unflätigkeit der Reden,die man als „Koprolalie“ zu bezeichnen pflegt, bei manischenKranken nur, wenn sie sehr gereizt sind.

Als weitere diagnostisch bedeutsame Zeichen sind bei unseremKranken die Katalepsie, die plötzlichen, triebartigen Hand-lungen, das Gesichterschneiden und das gezierte, sonder-bare Benehmen anzuführen. Seine merkwürdigen Stellungen,seine zwecklosen Bewegungen, die wunderlichen Umgestaltungenalltäglicher Handlungen, des Gehens, Sprechens, Handgebens, diesog. „Manieren“, sind es hauptsächlich, die uns den Unterschied^5 gegenüber dem frischen, uns Gesunden weit verständlicherenTätigkeitsdrange des Manischen deutlich machen. Während beidiesem letzteren die Unsinnigkeit des Handelns nur durch diestarke Ablenkbarkeit entsteht, durch die rasche Folge immer neuer,unvollkommen zur Entwicklung gelangender Antriebe, sind hier diegf Antriebe selbst völlig ziellos und folgen keineswegs schnell auf-einander, wenn auch dieser oder jener Antrieb einmal mit gewalt-samer Plötzlichkeit in Handeln umgesetzt wird. Dort trägt daherdas Handeln den Stempel des Flüchtigen, Überstürzten, hier dendes Unbegreiflichen und Läppischen. Dazu kommt dort die über-' mütige, ausgelassene Stimmung, während hier trotz aller äußerenUnruhe doch das Fehlen einer lebhafteren Stimmungsfärbung klargenug hervortritt.

Wir werden nach diesen Erörterungen nicht zögern, den vor-