Manisch-depressive Mischzustände.
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der Türe nachgesprochen. Im Knarren der Dielen, im Pfeifender Eisenbahn vernimmt er Zurufe, Ermahnungen, Befehle,Drohungen; in der Nacht erscheint ihm Christus oder eine goldeneFigur als Geist seines Vaters; durch das Fenster werden farbigeZeichen von besonderer Bedeutung gegeben. Bei längerer Unter-haltung verliert der Kranke sehr rasch den Zusammenhang undbringt schließlich eine Folge tönender Redensarten vor, die unver-mutet mit irgendeiner scherzhaften Frage abschließen. SeineStimmung ist übermütig, selbstbewußt, meist liebenswürdig, seltenvorübergehend gereizt oder ängstlich. Der Kranke redet viel undgern, hält auf der Abteilung laute Selbstgespräche, marschiertstürmisch auf und ab, nimmt sich mehr, als erwünscht, seiner Mit-kranken an, sucht sie zu trösten und zu behandeln. Auch mit Brief-schreiben und Komponieren ist er viel beschäftigt, liefert aber nurflüchtige, liederlich hingeworfene, mit zahlreichen Randbemer-kungen beschriebene Arbeit. Körperlich ist er gesund.
Die Deutung dieses Zustandes ist auf den ersten Blick nichtleicht. Von den bisher besprochenen Krankheiten käme vielleichtin erster Linie die Dementia praecox in Betracht, namentlichgewisse Formen derselben, die wir später noch zu behandeln habenwerden. Gegen diese Annahme spricht jedoch mit Entschiedenheitdie ungemein frische, lebhafte Stimmung des Kranken, sein Interessean der Umgebung, seine Zugänglichkeit, sein Beschäftigungsdrang.Auch fehlen gänzlich die mannichfachen Absonderlichkeiten desHandelns und Benehmens, die wir bei jener Krankheit so sehrim Vordergründe stehen sahen. Dagegen weist uns die Ablenk-barkeit, wie sie sich in seinen immerfort abspringenden, leichtden Faden verlierenden Erzählungen äußert, die heitere, über-mütige Stimmung, der Rede- und Tatendrang auf dieZugehörigkeit des Zustandes zum manisch-depressiven Irre-sein hin. Für diese Auffassung spricht aber namentlich auch dereigentümliche Umschlag aus dem unlustigen, entschlußlosen,ersten zum wohligen, tatenfrohen, zweiten Abschnitte der Krank-heit. Die Wahnvorstellungen und Sinnestäuschungen, die in solchenFällen häufig zu der später zu würdigenden Diagnose „periodischeParanoia“ führen, sind kein so wesentliches klinisches Merkmal,daß sie unserer Deutung widersprechen würden; sie können ineinem Anfalle des Leidens bei demselben Kranken fehlen, im
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