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VIII. Vorlesung.
der ganzen Krankheit bestand eine große motorische Unruhe, diesich in lebhaften Gebärden, fortwährendem Herumwandern undnamentlich in ungemein starkem Rededrange äußerte. Bemerkens-wert war dabei die Steigerung der Erregung durch das Sprechenselbst. Sobald man den Kranken anredete, schwoll sein Redestromunfehlbar rasch an, wenn er sich vorher noch so fest vorgenommenhatte, ruhig zu bleiben. In der letzten Zeit ist bei ihm vorüber-gehend auch wieder eine mehr heitere, zuversichtliche Stimmunghervorgetreten.
Aus diesem Verlaufe wird es klar, daß es sich hier nicht umeine melancholische Erkrankung handeln kann. Dagegen sprichtaußer dem frühen Auftreten des ersten Anfalles der Erkrankungdurchaus die entschieden manische Färbung des Zustandesin den ersten Wochen des vorliegenden Anfalles. Zugleich ent-nehmen wir aus den Erzählungen des Kranken, daß die Ent-schlußunfähigkeit, die wir als Zeichen der cirkulärenDepressionfrüher kennen gelernt haben, bei ihm in der ersten Krankheitszeitsehr deutlich ausgeprägt war; ebenso konnten wir eine Denk-hemmung hier vielfach ohne Schwierigkeit nachweisen. Der Zu-stand des Kranken hat somit im Beginne des jetzigen Anfalles dieuns bekannten Zeichen der cirkulärenDepression, Hemmungdes Denkens und Wollens, späterhin zeitweise diejenigen dermanischen Erregung, heitere Stimmung mit Rededrang, aller-dings ohne deutliche Ideenflucht, dargeboten. Sodann ist nacheiner Zeit des Hin- und Herschwankens die traurig-ängstliche Ver-stimmung wieder stärker geworden, während die motorische Er-regung fortbestand. Nach unserer Ansicht gehört auch dieses Krank-heitsbild unter die Erscheinungsformen des manisch-depressivenIrreseins und ist als ein Mischzustand von psychomoto-rischer Erregung mit depressiver Stimmung zu deuten. DerKranke zeigt uns somit, wie wir glauben, das gerade Gegenstück zudem Bilde des vorigen Falles, bei dem wir heitere Verstimmungneben psychomotorischer Hemmung feststellen konnten. DieGründe für diese unsere Auffassung entnehmen wir hauptsächlichdem deutlichen, wenn auch vorübergehenden Hervortreten dergewöhnlichen manischen und depressiven Zustandsbilder nebenden geschilderten Mischzuständen bei demselben Kranken in dem-selben oder in verschiedenen Anfällen.