Epileptisches Irresein.
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Beziehung steht. Wir erfahren von ihm, daß er seit seinem11. Lebensjahre an der „fallenden Krankheit“ leide; sie sei nachScharlach bei ihm aufgetreten. Die Krankheit habe sich bisweilenalle Tage eingestellt. Es komme geschwind in den Kopf; dannspüre er nichts mehr, falle hin, wie man ihm gesagt habe. Daskönne 2—3 Stunden dauern; nachher habe er etwas Kopfweh undwisse von nichts. Auch leichte Anfälle habe er, bei denen es ihmschnell durch den Kopf fahre, daß er gerade die Besinnung ver-liere und wieder bei sich sei. Das sei in den letzten Jahren öftersgekommen und habe einige Minuten gedauert; dabei falle er nichthin. Seine Stimmung ist fröhlich; er hofft, bald wieder gesundzu werden, zeigt dem Arzte gegenüber ein gutmütig-zutraulichesBenehmen. Über seine Zukunft macht er sich nicht viele Gedanken.Getrunken hat er, seinem Berufe entsprechend, ziemlich viel; seinLeben war ein sehr unstätes. Er wurde mehrfach wegen Körper-verletzung und Sachbeschädigung bestraft, die er in großer Er-regung begangen hatte. Einmal war er nachts auf einem fremdenHofe betroffen worden und hatte einem Ehepaare, das ihn dortanrief, ohne ein Wort zu sagen, mehrere Messerstiche versetzt. Erbehauptet, von der Tat durchaus nichts zu wissen.
Die Beobachtung in der Klinik ergab, daß bei ihm eineReihe verschiedenartiger Störungen auftreten. Zunächst sahen wirgewöhnliche, recht schwere Krampfanfälle, ferner einfache, kurz-dauernde Ohnmächten, sodann die von ihm selbst geschilderten,ganz leichten und flüchtigen Bewußtseinstrübungen, die man als„petit mal“ zu bezeichnen pflegt. In der Unterhaltung sagte erplötzlich: „Jetzt kommt’s; jetzt wird mir alles wirr; es wird mirschwarz vor Augen.“ Sein Gesichtsausdruck wurde starr; er lehntesich an die Wand und stammelte einzelne unzusammenhängendeWorte. Nach wenigen Sekunden sagte er dann: „So, jetzt ist’sbesser; jetzt ist’s vorbei.“ In Verbindung mit den Krämpfen, vor-her oder nachher, traten Wutanfälle mit tiefer Bewußtseins-trübung auf, in denen er seine Umgebung verkannte, rücksichtslostobte und um sich schlug. Ein solcher Zustand ist es auch wohlgewesen, der zu seiner letzten Verhaftung geführt hat. Wir wissen,daß bei Epileptikern besonders der Alkohol derartige Aufregungenmit Benommenheit auslöst; es sind das sogenannte „krankhafteRauschzustände“.