Katatonischer Stupor.
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Vielleicht ist die 28jährige Frau, die ich Ihnen nunmehr zeige,geeignet, Ihnen einen Begriff von der weiteren Entwicklung der-artiger Fälle zu geben. Die Kranke ist erblich nicht belastet,heiratete vor 7 Jahren und hat 4 mal geboren. Schon im erstenWochenbette traten Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und traurigeVerstimmung auf, verschwanden aber nach einigen Monaten wieder.Auch nach den folgenden Entbindungen wurden ähnliche, leichtereStörungen beobachtet. Eine neuerliche Verschlimmerung zeigtesich nach dem letzten Wochenbett. Die Kranke hörte auf, zuarbeiten, äußerte Verfolgungsideen, man wolle sie umbringen, mitdem Essen vergiften. Sie wurde teilnahmlos, launisch, wider-strebend, kam körperlich sehr herunter, aß wenig. Dabei blieb sievollkommen besonnen, verstand, was man ihr sagte.
Bei der Aufnahme, 9 Monate nach der letzten Entbindung, wardie Kranke wenig zugänglich, unzufrieden, verdrießlich, drängtesofort wieder nach Hause, gab keine Auskunft über ihren Zustand,da sie nicht krank sei und arbeiten könne, kümmerte sich nicht umihre Umgebung, beschäftigte sich nicht. Aus gelegentlichen Äuße-rungen wie aus ihren Briefen, die in endloser Wiederkehr nur dieBitte um Abholung enthielten, ließ sich entnehmen, daß sie überihren Aufenthaltsort im klaren war; auch löste sie einfache Rechen-aufgaben zwar langsam, aber richtig. Eine Prüfung ihrer Kennt-nisse und ihres Gedächtnisses war unmöglich, da sie Fragen indieser Richtung nicht beantwortete. Jedenfalls bestand eine außer-ordentliche Gedankenarmut. Wahnvorstellungen traten nichthervor, außer etwa einzelnen Klagen, daß sie sich wie verkauftvorkomme, daß die Leute böse gegen sie seien; auch Sinnes-täuschungen waren nicht nachzuweisen. Auf gemütlichem Ge-biete war außer einem gereizten, nörgelnden Wesen völlige Ver-ödung erkennbar. Die Kranke saß teilnahmlos und stumpfda, ließ weder bei der Weihnachtsfeier noch bei Besuchenirgend welche Gemütsbewegung erkennen, sprach dabei keinWort, während sie allerdings die mitgebrachten Süßigkeiten gierigverschlang. Allen Versuchen, mit ihr Beziehungen zu gewinnen,setzte sie hartnäckigen Widerstand entgegen. Sie blieb fast immerstumm, verweigerte häufig die Nahrung, wollte sich abendsnicht ins Bett legen, wies die Arbeit zurück, nahm keine Arznei,verunreinigte sich öfters, nachdem sie eben auf den Nachtstuhl
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