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III. Vorlesung.
zwischen der Onanie und der Dementia praecox kann daher nichtwohl die Rede sein. Zudem ist die Krankheit beim weiblichenGeschlechte, bei dem die schwächende Bedeutung der Onanie docheine weit geringere sein dürfte, nicht seltener. Endlich ist zubeachten, daß die Krankheit häufig ganz plötzlich einsetzt, einUmstand, der auch nicht gerade geeignet ist, die Annahme eineronanistischen Entstehung derselben zu stützen.
Den Beginn der Dementia praecox bildet vielfach ein De-pressionszustand, den man zunächst recht wohl mit einem derfrüher beschriebenen verwechseln kann. Als Beispiel zeige ichIhnen einen 22jährigen Taglöhner, der schon vor 3 Jahren zumersten Male in die Klinik eintrat. Er stammt angeblich aus gesunderFamilie und war ein guter Schüler. Wenige Wochen vor der Auf-nahme hatte er einige Angstanfälle. Er wurde dann verstört, unstet,zerstreut, starrte vor sich hin, sprach verworren und äußerte un-klare Versündigungs- und Verfolgungsideen. Bei der Aufnahmegab er zögernde, abgerissene Antworten, löste Rechenaufgaben,befolgte Aufforderungen, wußte aber nicht, wo er sich befand. Ersprach von selbst fast nichts, murmelte höchstens einige schwerverständliche Worte, es sei Krieg, er esse nichts mehr, lebe vonGottes Wort; ein Rabe sei am Fenster und wolle sein Fleischfressen u. dergl. Obgleich er Anreden gut auffaßte und sich sogarleicht ablenken ließ, kümmerte er sich doch um seine Umgebunggar nicht, hatte kein Bedürfnis, über seine Lage ins klare zukommen, äußerte weder Angst noch Wünsche. Meist lag er mitstarrem, leerem Gesichtsausdrucke im Bett, stand aber auch öftersauf, um niederzuknieen oder langsam herumzugehen. Alle Be-wegungen zeigten dabei eine gewisse Gebundenheit und Unfreiheit;die Glieder blieben in der Stellung, die man ihnen etwa gab, eineZeitlang stehen. Erhob man vor dem Kranken rasch die Arme,so ahmte er diese Bewegung nach, klatschte in die Hände, wennman es ihm vormachte. Diese Erscheinungen, die wir als„wächserne Biegsamkeit“, flexibilitas cerea, Katalepsie einer-seits, als Echopraxie andererseits bezeichnen, sind uns von denErfahrungen bei hypnotischen Versuchen bekannt. Sie sind immerdie Zeichen einer eigenartigen Willensstörung, deren verschiedeneÄußerungen wir unter dem Namen der Befehlsautomatie zu-sammenfassen. Von sonstigen Störungen ist bei unserem Kranken