Druckschrift 
4 (1864)
Entstehung
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dem Wasser, worin sie sich befinden, ist ein Haus erbaut, und dar-über wachen die Häuptlinge, bei deren Tode manchmal ein Erdbebenveranstaltet wird.

Ein gewisser Eonopei (er ist jetzt todt, sein Sohn Tama-nagack ist ein Häuptling des Gebietes Eleal) zeigte einst unseremFreunde Kadu ein merkwürdiges Probestück seiner Kunst. Eono-pei bereitete aus Taro-Teig einen runden flachen Kuchen. Es warNacht und Vollmondschein. Er begann unter Beschwörungen vonseinem Kuchen zu essen. In dem Maaße, als er dessen Scheibeantastete und davon einen Einschnitt, ward die erst volle Scheibedes Mondes angegriffen und mehr und mehr sichelförmig ausgeschweift.Als er so eine Zeit lang magisch an dem Monde gezehrt hatte,änderte er sein Verfahren und seine Beschwörungen. Er Hub an,den übrig gebliebenen weichen Teig seines Kuchens wiederum in dieForm einer vollen Scheibe zu kneten, wobei denn die Mondssichelsich gleichmäßig wieder stillte und zuletzt der Mond wieder voll er-schien. Kadu saß indeß dicht neben dem Beschwörer, betrachteteAlles, den Mond und den Kuchen, mit der größten Aufmerksamkeitund bewunderte, wie die Rundung beider gleichmäßig erst verletztund dann wieder ergänzt wurde. Wir lassen die uns unverdächtigeAussage unseres kindergleichen Freundes auf sich beruhen, es aufge-klärten Auslegern überlassend, dieselbe auf eine Mondfinsterniß zudeuten, welche jedoch auf Eap vor Erfindung der Schrift nicht wohlals voraus berechnet angenommen werden darf.

Feste und Gelage, die bei verschiedenen Gelegenheiten, demDurchbohren der Ohren der Kinder, dem Abschneiden ihres Haaresauf Eap, dem Tatuiren u. a. m. statt finden, scheinen nichts Reli-giöses zu haben.

Gesang und Tanz, meist unzertrennlich, machen überall dieHauptergötzung, die Hauptlustbarkeiten aus. Es giebt verschiedeneArten Festspiele, die von den verschiedenen Geschlechtern oder vonbeiden vereint aufgeführt werden, und jede derselben hat einen an-deren Charakter und einen eigenen Namen. Diese Gesänge werdenaber von keinem musikalischen Instrument begleitet, und selbst dieTrommel ist auf den Carolinen-Jnseln unbekannt.