Druckschrift 
4 (1864)
Entstehung
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Repith-Urur wird uns als eine beträchtliche Gruppeniederer Inseln geschildert, durch häufige von dorther auf ihreRiffe verschlagene Boote den Einwohnern von Radack bekannt.Die Boote und die Tracht der Menschen sind auf Repith-Ururdieselben als auf Radack. Die Sprache ist eine eigene, die Ta-tuirung ist verschieden. Sie nimmt die Seiten des Körpers einund erstreckt sich auf das Aeußere der Lenden und Beine. Haus-thiere sind da nicht, die Brodfrucht, der CocoS, die Bananen,Wurzeln und, wie auf Radack, die Frucht Pandanus dienen zurNahrung.

Die Eingeborenen von Repith-Urur leben in fortwährendemKriege unter sich. Der Mann hat fortwährend die Waffen in derHand, und wenn er sich, um zu essen, niedersctzt, so legt er einenWurfspieß zu seiner Rechten und einen andern zu seiner Linken ne-j ben sich. Menschenfleisch wird auf Repith-Urur gegessen.

> Auf die Insel Reltch-^) der Kette Ralick kamen einmal vor^ langer Zeit fünf Menschen aus Repith-Urur auf einem Boote an.

! Sie fischten und fingen keine Fische, an Früchten war kein Mangel,

sie schlachteten Einen aus ihrer Zahl, backten und aßen ihn. EinZweiter ward ebenso geschlachtet und verzehrt. Die Bewohner vonRelich bezwangen und tödteten die drei Uebrigen.

Auf der Insel Airick der Gruppe Kaben leben ein Mann undein Weib; auf der Gruppe Arno zwei Männer und ein Weib ausRepith-Urur, die auf Booten auf Radack getrieben sind. Ein zwei-tes Weib, welches Letztere noch bei sich gehabt, war zur See wäh-rend der langen Irrfahrt vor Durst gestorben. Diese fünf Menschenwaren schon vor Kadu's Ankunft auf Radack. Zu seiner Zeit sindnoch zwei Boote zugleich aus Repith-Urur auf der Gruppe Aur,wo er sich befand, angelangt, in jeglichem ein Mann und ein Weib.Sie waren nach ihrer Angabe seit neun Monaten zur See und- hatten fünf Monate vom Fischfänge ohne frisches Wasser gelebt.Die Eingeborenen von Radack wollten gegen diese Menschenfresserzu den Waffen greifen. Die Häuptlinge beschützten die Fremden,

H Diese Insel fehlt auf der Karte des Herrn von Kotzebne.